IPCC-Berichtsentwurf - «Irreversible» Folgen bei Erderwärmung von über 1,5 Grad
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IPCC-Berichtsentwurf«Irreversible» Folgen bei Erderwärmung von über 1,5 Grad

Der Weltklimarat warnt vor einem Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens.

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Ein Verfehlen des Ziels hätte laut IPCC-Bericht «irreversible Auswirkungen auf Menschen und ökologische Systeme»: Aletschgletscher. (1. Oktober 2019)(FILES)

Ein Verfehlen des Ziels hätte laut IPCC-Bericht «irreversible Auswirkungen auf Menschen und ökologische Systeme»: Aletschgletscher. (1. Oktober 2019)(FILES)

AFP/Fabrice Coffrini
80 Millionen Menschen wären einem zusätzlichen Hungerrisiko ausgesetzt. (Archivbild)

80 Millionen Menschen wären einem zusätzlichen Hungerrisiko ausgesetzt. (Archivbild)

AFP/Orlando Sierra
Der Bericht nennt Ernterückgänge durch zunehmende Hitze, Trinkwassermangel, Massenflucht wegen Dürren oder nach Überflutungen von Küstenstädten sowie ein fortschreitendes Artensterben als einige Folgen der Erderwärmung.

Der Bericht nennt Ernterückgänge durch zunehmende Hitze, Trinkwassermangel, Massenflucht wegen Dürren oder nach Überflutungen von Küstenstädten sowie ein fortschreitendes Artensterben als einige Folgen der Erderwärmung.

AFP/Martin Bernetti

Darum gehts

  • Ein Berichtsentwurf des Weltklimarates IPCC warnt vor einem Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens.

  • Bei einer Erderwärmung um zwei Grad würden 420 Millionen Menschen zusätzlich dem Risiko von Hitzewellen ausgesetzt.

  • Derzeit steuert die Erde auf eine Erwärmung um rund drei Grad zu.

Ein Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens hat nach Einschätzung des Weltklimarates IPCC «irreversible Auswirkungen auf Menschen und ökologische Systeme». Im Entwurf zu einem umfassenden IPCC-Bericht, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, gehen die Experten davon aus, dass eine Erderwärmung um zwei Grad 420 Millionen Menschen zusätzlich dem Risiko von Hitzewellen aussetzt. Bis zum Jahr 2050 bestehe – je nach Umfang des Treibhausgasausstosses – ein Hungerrisiko für bis zu 80 Millionen Menschen zusätzlich.

«Das Leben auf der Erde kann sich von einem drastischen Klimaumschwung erholen, indem es neue Arten hervorbringt und neue Ökosysteme schafft», heisst es in dem Berichtsentwurf. «Menschen können das nicht.»

Ernterückgänge und Trinkwassermangel

Der rund 4000 Seiten lange Entwurf nennt Ernterückgänge durch zunehmende Hitze, Trinkwassermangel, Massenflucht wegen Dürren oder nach Überflutungen von Küstenstädten sowie ein fortschreitendes Artensterben als einige Folgen der Erderwärmung. Leidtragende seien insbesondere diejenigen Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen hätten.

Aber auch Europa wird die Folgen nach Angaben der Experten zu spüren bekommen: Die dortigen Schäden durch Überflutungen würden sich bis zum Ende des Jahrhunderts auch bei einem hohen Mass an Anpassungsmassnahmen deutlich erhöhen, prognostizieren die Berichtsautoren auf Grundlage internationaler Studien.

Die Zahl der Menschen in Europa mit einem hohen klimabedingten Sterberisiko wäre demnach bei einer Erderwärmung um drei Grad drei Mal so hoch wie bei einer Erwärmung um 1,5 Grad, insbesondere in Zentral- und Südeuropa. Ausserdem dürfte Europa dem IPCC zufolge mit mehr Hilfesuchenden aus Afrika und zunehmend mit von Mücken übertragenen Krankheiten wie Malaria, Dengue oder Zika konfrontiert sein.

Erde steuert auf drei Grad Erwärmung zu

Die Erde hat sich seit dem vorindustriellen Zeitalter bereits um 1,1 Grad erwärmt. Laut Pariser Abkommen soll die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber 1,5 Grad beschränkt werden.

Bereits für eine Erwärmung um zwei Grad beschreibt der IPCC-Berichtsentwurf schwerwiegende globale Folgen für Mensch und Natur. Derzeit steuert die Erde aber sogar auf eine Erwärmung um rund drei Grad zu.

An dem Bericht der IPCC-Arbeitsgruppe II arbeiten mehr als 700 internationale Experten mit. Seine Endfassung soll nicht vor Februar und damit erst nach der Uno-Biodiversitätskonferenz im Oktober und der Uno-Klimakonferenz im November veröffentlicht werden.

(AFP/chk)

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