Aktualisiert 14.07.2009 09:58

Tragödie in SpanienIrrtum tötet Baby von Schweinegrippe-Opfer

Seine Mutter starb einen Tag nach seiner Geburt – an der Schweinegrippe. Nun ist auch der kleine Rayan tot. Schuld ist ein tragischer Irrtum einer spanischen Klinik.

Der Tod des Babys gehe auf einen Fehler der Pflegekräfte zurück, sagte der Verwaltungsdirektor des Gregorio-Maranon-Krankenhauses in Madrid am Montag vor den Medien.

Das Kind sei intravenös ernährt worden anstatt, wie bei Frühgeburten üblich, über eine Magensonde durch die Nase. Nach einer Stunde hätten die Mitarbeiter der Säuglingsstation ihren Fehler bemerkt, doch es sei zu spät gewesen, sagte Verwaltungsdirektor Antonio Barba. Für den Fehler gebe es keine Entschuldigung. Das Krankenhaus übernehme die Verantwortung, auch in finanzieller Hinsicht. «Aber wir wissen, dass man so etwas nicht wiedergutmachen kann», sagte Barba.

Das Kind war nicht an Schweinegrippe erkrankt

Der kleine Rayan wurde am 29. Juni - dem Geburtstag seiner Mutter - in der 28. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt gebracht, als es der Mutter immer schlechter ging. Das Baby selbst war den Ärzten zufolge nicht an Schweinegrippe erkrankt. Die 20-jährige Marokkanerin, die auch an Asthma litt, starb am 30. Juni als erster Mensch in Spanien an der Krankheit.

Bevor die Schweinegrippe bei ihr diagnostiziert wurde, suchte sie drei Mal Krankenhäuser auf, wurde aber jedes Mal lediglich mit einem Rezept wieder nach Hause geschickt. Ihre Familie, die in der spanischen Exklave Ceuta lebt, hat laut einem Bericht der Zeitung «El País» Klagen angekündigt. (dapd)

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