Verhaftungen: IS-Anhänger nahmen Mailänder Dom ins Visier
Aktualisiert

VerhaftungenIS-Anhänger nahmen Mailänder Dom ins Visier

Die italienische Polizei hat in Brescia zwei Terrorverdächtige festgenommen: Sie drohten mit Anschlägen auf das Kolosseum in Rom oder den Mailänder Bahnhof.

1 / 3
Unter dem Hashtag #Islamic_State in Rome verbreiteten der Tunesier und der Pakistani Drohungen wie «Wir sind auf euren Strassen», die sie vor italienischen Monumenten wie dem Mailänder Dom fotografierten.

Unter dem Hashtag #Islamic_State in Rome verbreiteten der Tunesier und der Pakistani Drohungen wie «Wir sind auf euren Strassen», die sie vor italienischen Monumenten wie dem Mailänder Dom fotografierten.

epa/Italian Police / ho
Auch der Bahnhof von Mailand sowie ...

Auch der Bahnhof von Mailand sowie ...

epa/Italian Police / ho
... Polizei- und Metrostationen waren im Visier der beiden mutmasslichen IS-Anhänger.

... Polizei- und Metrostationen waren im Visier der beiden mutmasslichen IS-Anhänger.

epa/Italian Police / ho

Der italienische Innenminister Angelino Alfano rühmte unlängst die Anti-Terror-Anstrengungen seines Landes. Man habe die «besten Anti-Terror-Experten des Landes zur Verhinderung von Anschlägen» eingesetzt. Auch heute, Mittwoch, verkündete Alfano auf Twitter stolz, dass «unser Kontrollsystem einmal mehr seine Effizienz demonstriert» habe. Der Grund: In der Lombardei, in Brescia, verhaftete die Polizei am frühen Morgen zwei mutmassliche IS-Sympathisanten.

Der Tunesier (35) und der Pakistani (27) hatten es den Anti-Terror-Profis aber auch einigermassen leicht gemacht. Auf Twitter hatten die beiden das Konto «Islamic_State in Roma» eingerichtet. Darauf posteten sie mit Terrordrohungen und IS-Symbolen versehene Fotos des Kolosseums in Rom, des Mailänder Doms oder des Bahnhofs in Mailand. «Wir sind auf euren Strassen. Wir sind überall. Wir suchen unsere Ziele aus und warten auf die Stunde X», hiess es gemäss italienischen Medien.

Seit Jahren in Italien wohnhaft

Diese – handschriftlich auf Italienisch, Französisch und Arabisch verfassten – Botschaften hielten die beiden Terrorverdächtigen vor dem römischen Kolosseum oder dem Mailänder Dom und Bahnhof in die Höhe und fotografierten die «Kompositionen» ab – ein «Amélie de Monmarte»-Moment für Terroristen. Ähnliche Fotos schossen die beiden Männer auch vor Metro- und Polizeistationen.

Die beiden Festgenommenen hätten sich untereinander auf Italienisch verständigt, zumal sich der Tunesier und der Pakistani in keiner anderen Sprache hätten austauschen können, schreibt die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Beide sind seit Jahren in der Lombardei wohnhaft und erwerbstätig.

Die Behörden hatten die Männer offenbar seit drei Monaten im Visier. Die beiden müssen sich jetzt wegen fundamentalistischer Propaganda im Internet, der Bildung einer terroristischen Vereinigung und wegen Staatsgefährdung verantworten.

Ausweisungen und Verhaftungen

In der Region Lombardei im Norden Italiens gab es im Zusammenhang mit den beiden Festnahmen in Brescia auch eine Reihe von Polizeirazzien.

Grundsätzlich hat Italien seine Offensive gegen den islamistischen Terrorismus verschärft. Rund 40 Ausländer wurden in diesem Zusammenhang in den vergangenen Wochen ausgewiesen. Anfang Juli nahm die Polizei in Mailand, Bergamo, Grosseto sowie parallel dazu in Albanien mindestens zehn mutmassliche Jihadisten fest. Die vier Italiener, fünf Albaner und ein Kanadier hätten nach Syrien in den Kampf ziehen wollen.

Gleichentags nahm die Polizei in Rom zwei Männer fest, die Anschläge in Italien und Nordafrika geplant haben sollen.

Tweet von Innenminister Alafano

Deine Meinung