09.04.2015 19:14

Websites gekapertIS-Hacker greifen Schweizer Pfadis an

Mehrere Schweizer Pfadi-Websites wurden am Donnerstag von IS-Anhängern attackiert. Die Pfadfinder wollen nun Sicherheitslücken schliessen.

von
lüs
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So sieht die Website der Pfadi Altstätten am 9. April 2015 aus: Statt Bildern von Pfadiübungen ist ein schwer bewaffneter IS-Kämpfer zu sehen. Zudem ertönt arabischer Gesang, wenn man die Website besucht.

So sieht die Website der Pfadi Altstätten am 9. April 2015 aus: Statt Bildern von Pfadiübungen ist ein schwer bewaffneter IS-Kämpfer zu sehen. Zudem ertönt arabischer Gesang, wenn man die Website besucht.

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Auch andere Pfadis sind betroffen, auf ihren Websites zeigt sich dasselbe Bild: Bei der Pfadi Blauenstein in Basel...

Auch andere Pfadis sind betroffen, auf ihren Websites zeigt sich dasselbe Bild: Bei der Pfadi Blauenstein in Basel...

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...und bei der Pfadi Landshut aus Bätterkinden BE.

...und bei der Pfadi Landshut aus Bätterkinden BE.

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Wo sonst Fotos von Pfadiübungen gezeigt werden, ist plötzlich ein schwer bewaffneter, vermummter Kämpfer des Islamischen Staats zu sehen, untermalt von arabischem Gesang. Dieses Bild boten am Donnerstag mehrere Websites von Schweizer Pfadis. Sie waren von IS-Hackern heimgesucht worden – nur einen Tag, nachdem Anhänger der Terrormiliz die französischen Fernsehsendergruppe TV5 Monde stundenlang zum Erliegen gebracht und ihre Websites gekapert hatten.

Eine der von der IS-Attacke betroffenen Pfadfinderorganisationen ist die Pfadi Altstätten SG. Christian Rohrer, Kantonalpräsident der Pfadi St. Gallen und Appenzell, sagt dazu: «Hackerangriffe sind immer ärgerlich, aber wenn sie im Zusammenhang mit dem IS stehen, ist dies natürlich besonders unangenehm.»

Moroccan Wolf schlug weltweit zu

Er sei froh, dass der zuständige Host sofort reagiert und die Website vom Netz genommen habe. Dieser habe ihm zudem versichert, dass es sich um keinen gezielten Angriff gegen die Pfadi gehandelt habe. «Das nehmen wir natürlich mit Erleichterung zur Kenntnis.»

Ein IT-Fachmann sagt zu 20 Minuten: «Es handelt sich um automatisierte Standardangriffe – jede Website weltweit, die eine entsprechende Sicherheitslücke aufweist, kann betroffen sein.» Tatsächlich haben dieselben Hacker, die sich Moroccan Wolf und Abdellah Elmaghribi nennen, diese Woche unter anderem auch die Website des Verbands Autismus Irland heimgesucht – sowie mehrere Dutzend Adressen in Grossbritannien, Frankreich, Rumänien, Kanada und Brasilien.

Pfadis wollen Sicherheitslücken schliessen

Warum bei Pfadi-Websites Sicherheitslücken bestehen, die solche Hackerangriffe zulassen, wird laut Rohrer nun analysiert. «Wir werden in Seminaren mit unseren Leitern künftig die Frage thematisieren, wie wir verhindern können, dass sich so etwas wiederholt.»

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