Dair as-Saur: IS-Kämpfer schiessen syrisches Flugzeug ab
Aktualisiert

Dair as-SaurIS-Kämpfer schiessen syrisches Flugzeug ab

Die IS-Terrormiliz hat nach Angaben von Beobachtern am Sonntag offenbar ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Bei Bodengefechten kamen mehrere Kämpfer ums Leben.

Kämpfer der Dschihadistenmiliz «Islamischer Staat» (IS) haben am Sonntag nach Angaben von Beobachtern ein syrisches Kampfflugzeug vom Himmel geholt. Das Flugzeug des Regimes des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sei nahe der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur abgeschossen worden.

Dies berichtete die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Organisation, die den Regierungsgegnern nahesteht, machte zunächst keine Angaben, welche Waffen die Dschihadisten eingesetzt hatten.

Mehrere IS-Kämpfer getötet

Bei Gefechten mit Bodentruppen südöstlich der Stadt Dair as-Saur seien indes mindestens fünf IS-Kämpfer von syrischen Soldaten getötet worden. Elf weitere seien zum Teil schwer verletzt worden.

Der IS hatte Mitte Juli die letzten Rivalen, Kämpfer der islamistischen Nusra-Front, aus Dair as-Saur vertrieben und damit auch die gleichnamige Provinz weitestgehend unter seine Kontrolle gebracht.

Seitdem bombardiert die syrische Luftwaffe verstärkt IS-Stellungen in der Region. Allein seit Samstagnacht seinen 20 Angriffe geflogen worden, berichtete die Beobachtungsstelle.

IS-Angriff auf irakische Stadt Ramadi

Im Zuge ihres Angriffs auf die westirakische Stadt Ramadi töteten die IS-Kämpfer am Samstag rund 20 Stammeskämpfer. Über den Vorfall in dem Vorort Al-Sidscharijah östlich von Ramadi gab es unterschiedliche Angaben.

Der Polizeihauptmann Kaisar al-Hayani sagte, die Dschihadisten hätten Kämpfer der Stämme Albu Mahal und Albu Fahad so lange belagert, bis diesen die Munition ausgegangen sei. Dann hätten sie 23 Kämpfer hingerichtet.

Scheich Omar al-Alwani, Kommandant einer Stammesmiliz, sagte seinerseits, rund 15 Dschihadisten seien in den Ort eingedrungen, indem sie sich als Studenten ausgegeben hätten. Sie hätten dort Waffen erhalten und damit 25 Mitglieder des Albu-Fahad-Stammes getötet.

Laut al-Alwani und al-Hayani wurde der Vorort wieder zurückerobert. Bei den Kämpfen seien auch rund 20 IS-Kämpfer getötet worden.

Das irakische Verteidigungsministerium sprach von «schweren Kämpfen» zwischen Sicherheitskräften und Stammesmilizen auf der einen und Dschihadisten auf der anderen Seite. Laut al-Alwani gab es am Samstag auch im Süden von Ramadi schwere Kämpfe.

Waffen für Stammesmilizen

Stammesmilizen kämpfen in Ramadi, rund hundert Kilometer westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad, gegen den IS, der Teile des Irak und Syriens kontrolliert. Ramadi ist die Hauptstadt der an Syrien grenzenden Provinz Al-Anbar, die fast vollständig unter der Kontrolle des IS ist.

Bereits seit Januar kontrollieren die Dschihadisten mehrere Viertel der Provinzhauptstadt. Am Freitag begannen sie eine gross angelegte Offensive, um die gesamte Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie nahmen die Innenstadt unter Beschuss und liessen Autos explodieren.

IS-Kämpfer richten immer wieder Stammesmitglieder hin, die sich gegen die Dschihadistengruppe stellen. Die irakischen Behörden geben inzwischen Waffen an die Stammesmilizen aus. Diese fordern jedoch weitere Unterstützung im Kampf gegen den IS, auch aus dem Ausland. (sda)

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