Nordirak: IS könnte Passagier-Jets abschiessen

Aktualisiert

NordirakIS könnte Passagier-Jets abschiessen

Im Kampf gegen den IS gibt es neue Befürchtungen: Der deutsche BND hat Informationen darüber, dass die Terrorgruppe über hochmoderne Raketenwerfer verfügt.

von
mlr

Seit Wochen tobt der Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» im Irak und in Syrien. Nun gibt eine Warnung des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) neuen Anlass zur Sorge. Die IS-Kämpfer im Nordirak sollen im Besitz von hochmodernen Luftabwehrwaffen sein, wie die «Bild am Sonntag» (BamS) berichtet.

Demnach setzte der Auslandsgeheimdienst die Bundestagsabgeordneten bereits Ende der vorvergangenen Woche in einer vertraulichen Sitzung darüber in Kenntnis. Laut BND könne der IS selbst Passagierflugzeuge abschiessen. Bei den Waffen soll es sich um sogenannte Manpads handeln. Die tragbaren Raketenwerfer werden von der Schulter aus abgeschossen und sind nach russischen Bauplänen produziert.

Waffen der syrischen Armee?

Manpads sind nach Angaben der BamS einfach zu bedienen; sie können zur Gefahr für startende und landende Flugzeuge werden. Die Raketenwerfer sollen aus Beständen der syrischen Armee stammen.

Derweil hatten kurdische Peschmerga-Kämpfer im Nordirak am Samstag nahe Mossul die strategisch wichtige Stadt Sumar sowie umliegende Dörfer wieder unter ihre Kontrolle gebracht, berichtete ein Kurdenvertreter. Die Verteidiger der vom IS belagerten syrischen Stadt Kobane warten weiterhin auf Unterstützung kurdischer Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak. Die Verlegung der 150 Kämpfer könnte heute Montag stattfinden.

Was passieren kann, wenn nicht ausgebildete Kämpfer Waffen in die Hände bekommen, mit denen sie nicht umgehen können, zeigte im Juli dieses Jahres der Abschuss des Malaysia-Airlines-Flug MH17 über der Ukraine. Experten gehen davon aus, dass prorussische Separatisten ein russisches Buk-Luftabwehrsystem besessen hatten. Damit sollen sie eine Rakete abgeschossen haben, die direkt neben dem Flug MH17 explodierte. Bei dem Absturz kamen 298 Menschen ums Leben.

(mlr/sda)

Bei einem Selbstmordanschlag in der irakischen Stadt Dschurf al-Sachar sind am Montag nach Angaben von Sicherheitskräften mindestens 27 schiitische Milizionäre getötet worden. Weitere 60 Schiiten-Kämpfer wurden verletzt. Vertreter von Polizei und Armee sagten, der Attentäter habe ein mit Sprengstoff beladenes Armeefahrzeug in einem Vorort zur Explosion gebracht.

Deine Meinung