Morddrohungen: IS-Terroristen wollen Twitter-Angestellte töten
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MorddrohungenIS-Terroristen wollen Twitter-Angestellte töten

Twitter zensiert zunehmend IS-Propaganda. Als Rache rufen die Extremisten zu Attentaten gegen Twitter-Mitarbeiter auf. Es ist die erste direkte Drohung auf US-amerikanische Ziele.

von
cfr

«Die Zeit ist gekommen, Twitter mit direkten Angriffen auf ihre Mitarbeiter zu antworten und diese zu ermorden», twitterte am Montag der Nutzer des mittlerweile gelöschten Accounts @dawlamoon.

Laut dem amerikanischen Online-Magazin «Vocativ» wird der Account mit der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in Verbindung gebracht. Die Drohungen seien die Rache für die Kampfansage Twitters gegen die IS-Propaganda.

Einzelgänger als Attentäter

Nutzer @dawlamoon rief Twitter dazu auf, vorsichtig zu sein: «Jeder Twitter-Mitarbeiter in San Francisco sollte auf sich aufpassen, denn auf seiner Türschwelle könnte ein Lone-Wolf-Attentäter warten.»

Alle Tweets wurden vom Hashtag «Das Konzept von Lone Wolf Angriffen» begleitet. Als Lone Wolves werden Einzelpersonen bezeichnet, die gewalttätige Terrorakte vorbereiten oder durchführen, ohne in einer direkten Befehlsstruktur zu stehen.

Erste direkte Drohungen an Westen

Der Twitter-Account, dem mehr als 3000 Nutzer folgten, wird mit der Gruppierung Al Nusra Al Maqdisia (die Unterstützer von Jerusalem) in Verbindung gebracht. Diese Gruppe hat ihren Sitz in Jerusalem und bezeichnet sich als loyal zur Terrorgruppe IS. Sie gibt an, im Namen der IS-Extremisten im Gazakrieg gekämpft zu haben. Twitter löschte den Account noch am Montag. Der verlinkte Blog des Nutzers auf der Plattform Tumblr, die zu Yahoo gehört, ist jedoch noch vorhanden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter den Account blockiert hatte. Jedes Mal wurden ähnliche Inhalte unter einem leicht abgeänderten Namen wieder veröffentlicht. Beunruhigend sei, dass über 11 Prozent dieser Interaktion mit Accounts in den USA stattgefunden habe, so «Vocativ». Weitere Nutzer wurden in Kanada, der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland identifiziert. Die Drohungen sind die ersten Aufrufe der IS, Angriffe auf amerikanische Ziele auszuführen.

IS-Führung ruft zur «Mässigung» auf

Nicht nur soziale Medien zensieren die brutalen Videos und Tweets der IS-Terroristen, auch die Führer der Gruppierung sollen laut einem Bericht der amerikanischen «Breitbart» zu Mässigung aufrufen. IS-Kämpfer sollten «ohne explizite Anweisung» keine Enthauptungsvideos mehr verbreiten.

Ebenso berichtet der israelische Newsdienst i24-News, dass die IS-Führung mehrere ranghohe Mitglieder festgenommen habe, weil diese nicht der exakten Lehre des «Islamischen Staats» gefolgt seien, sogar wenn diese zu radikale Sichtweisen vertreten hätten. So soll ein hoher Kommandant wegen Dissidententum umgebracht worden sein: Er soll den Al-Kaida-Führer Ayman al-Sawahiri einen Glaubensabtrünnigen genannt haben, weil dieser schiitische Muslime nicht vom Dschihad ausgeschlossen hatte.

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