Aktualisiert 20.01.2016 09:39

Aktivisten-Bericht

IS-Terrormiliz halbiert den Sold ihrer Kämpfer

Geht dem «Islamischen Staat» das Geld aus? Ein Schreiben der IS-Führung zeigt, dass die Kämpfer mit drastischen Kürzungen zu rechnen haben.

von
dia
Der IS in Geldnot: Ein Extremist in einem Propaganda-Video des «Islamischen Staats».

Der IS in Geldnot: Ein Extremist in einem Propaganda-Video des «Islamischen Staats».

Keystone/FBI/Handout

Drastische Kürzungen bei der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS): Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) hat die Führung der Extremisten ihren Kämpfern den Sold halbiert. So sollen nur noch 200 Dollar monatlich pro Soldat ausbezahlt werden. Etwas mehr gibt es für ausländische Kämpfer. Aber auch hier wurde gekürzt. Statt 800 Dollar gibt es neu nur noch 400 Dollar Sold.

Die SOHR-Aktivisten veröffentlichten ein Schreiben der IS-Führung. Diese begründen den Schritt mit «aussergewöhnlichen Umständen», mit denen sich das selbst ernannte Kalifat konfrontiert sehe. Keine Kürzungen gebe es hingegen bei den Lebensmittelrationen. Diese würden wie bisher zweimal im Monat ausgeliefert.

Angriffe auf Ölfelder

Die Angaben der SOHR-Aktivisten können aufgrund der unübersichtlichen Lage im betroffenen Gebiet nur schwer überprüft werden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat allerdings in Syrien ein dichtes Netz von Aktivisten. In der Vergangenheit haben sich die Angaben der in Grossbritannien ansässigen Organisation oft als zuverlässig erwiesen.

Der IS musste in jüngster Vergangenheit empfindliche Rückschläge hinnehmen. Die Jihadisten verloren einen Teil ihres Territoriums. Die Anti-IS-Koalition hat wiederholt Ölfelder in Syrien und dem Irak angegriffen. Der Verkauf von Rohöl ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des IS.

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