«Überraschungsangriff»: IS tötet syrische Soldaten und iranische Milizen
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«Überraschungsangriff»IS tötet syrische Soldaten und iranische Milizen

Im Osten Syriens haben Terroristen des «Islamischen Staates» 19 Soldaten und Mitglieder verbündeter Kampfgruppen getötet. In den Wüstengebieten des Landes ist von einem «Comeback» des IS die Rede.

Der IS erlebt in Syrien östlich des Euphrats, in den Wüstengebieten von Homs, Al-Suweida und Deir Ez Zor, ein «Comeback» (im Bild: ein Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte SDF in der Region Deir ez Zor). 

Der IS erlebt in Syrien östlich des Euphrats, in den Wüstengebieten von Homs, Al-Suweida und Deir Ez Zor, ein «Comeback» (im Bild: ein Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte SDF in der Region Deir ez Zor).

Ann Guenter/ 20 Minuten

Bei einem Angriff der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) sind in Syrien nach Angaben von Aktivisten 19 Soldaten und Angehörige verbündeter Kampfgruppen getötet worden. Unter den Toten seien elf Mitglieder der Bakir-Brigade, einer vom Iran unterstützten Miliz, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Der «Überraschungsangriff» habe sich am Mittwochmorgen im Osten der Provinz Hama ereignet, die zuletzt häufiger Schauplatz von Kämpfen zwischen Jihadisten und Regierungstruppen war. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Grossbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netz von Informanten vor Ort; ihre Angaben lassen sich von unabhängiger Seite oft kaum überprüfen.

IS-Angriffe nehmen wieder zu

Der IS hatte 2014 weite Teile des Iraks und Syriens überrannt und ein «Kalifat» ausgerufen, bevor er nach zahlreichen militärischen Offensiven im März 2019 militärisch besiegt wurde.

In den vergangenen Monaten nahmen IS-Angriffe besonders im Osten Syriens jedoch wieder zu. Vergangenen Dezember geriet ein Bus mit 40 syrischen Soldaten auf einer Strasse Raqqa in Deir ez Zor in einen tödlichen IS-Hinterhalt. Anfang Januar verschwanden über zehn Soldaten auf der gleichen Strasse spurlos. Es wird vermutet, dass auch sie IS-Kämpfern in die Hände gefallen sind.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden bei IS-Angriffen seit März 2019 mehr als 1200 Soldaten, drunter auch zwei russische, sowie iranische Milizangehörige getötet.

«Comeback» in Wüstengebieten

Mittlerweile hält die Terrormiliz in der Badia-Wüste wieder einige Positionen des syrischen Militärs. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht von einem regelrechten «Comeback» der Terrororganisation östlich des Euphrats, in den Wüstengebieten von Deir Ez Zor, Homs and Al-Suwaida (die 20 Minuten-Reportage aus dem syrischen Deir ez Zor von 2018 gibt es hier zum Nachlesen). Die russische Luftunterstützung scheint trotz intensivem Bombardement dagegen wenig ausrichten zu können.

Auch im benachbarten Irak ist der IS nicht verschwunden – auch wenn von seiner einstigen Schlagkraft nicht viel geblieben ist. Vor rund zwei Wochen starben in Bagdad bei einem Doppelanschlag auf einen belebten Markt mindestens 32 Menschen. Der IS hatte sich bekannt. Es war das erste Mal seit drei Jahren, dass die Extremisten in der Hauptstadt zuschlugen. Aktiv ist er aber vor allem im Norden und im Westen des Landes.

Eher als in seinen ehemaligen Kernländern Syrien und Irak ist der IS vermehrt in West- und Nordafrika aktiv. Dabei macht er sich vor allem das Chaos in Libyen zunutze. Neben der ideologischen Mobilisierung geht es den Terroristen vor allem um den Ausbau der Schmuggelrouten nach Subsahara-Afrika.

(AFP/gux)

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