Nordirak: IS tötet zwei US-Marines in Schlacht um Höhle
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NordirakIS tötet zwei US-Marines in Schlacht um Höhle

Zwei US-Marines sind im Nordirak bei einem Angriff auf Kämpfer des «Islamischen Staates» (IS) getötet worden – unter noch nicht klaren Umständen.

von
gux

Die Operation, die gemeinsam mit der irakischen Armee durchgeführt worden war, richtete sich gegen ein Höhlensystem in den Machmur-Bergen, in dem sich schwer bewaffnete IS-Leute verschanzt hatten.

Die beiden getöteten US-Soldaten gehörten beide dem Marine Corps Forces Special Operations Command (MARSOC) an. Zusammen mit Kräften der irakischen Anti-Terror-Einheit wurden sie in einen brutalen Kampf verwickelt, als sie ein Höhlen- und mehrere Tunnelsysteme hatten säubern wollten. 25 IS-Kämpfer kamen laut irakischem Militär dabei ums Leben, neun IS-Tunnelsysteme seien zerstört und eine Trainingsanlage dem Erdboden gleichgemacht worden.

Sechs Stunden

Wie der 34-jährige Diego Pongo und der gleichaltrige Moises Navas starben, ist noch nicht restlos geklärt. Es scheint, dass die zwei US-Soldaten lebend, verletzt oder bereits tot in einen Felsspalten gefallen sind. Jedenfalls habe die Bergung der beiden Leichen sechs Stunden gedauert, schreibt die «New York Times» unter Berufung auf Militärkreise. Ein Team der Delta-Eliteeinheiten habe bei der Bergung mithelfen müssen.

Pongo und Navas sind die ersten Amerikaner, die im Irak ums Leben gekommen sind, seit US-Präsident Donald Trump letztes Jahr den Sieg gegen den IS verkündet hatte.

Die Terrororganisation ist indes wieder am Erstarken. Gerade im Nordirak fällt es den IS-Kämpfern leicht, sich im gebirgigen Gelände und den unzähligen natürlichen Höhlen zu verstecken und regelrechte Waffenlager anzulegen.

«Etwas stimmt hier nicht»

Längst warnen lokale und internationale Sicherheitskreise, Politiker und Diplomaten vor dem Comeback der Terroristen. Der IS verfüge noch immer über 14'000 bis 18'000 Mitglieder und Kämpfer, sagte der US-Sonderbeauftragte James Jeffrey Ende Januar. Ungeachtet dessen will der US-Präsident seine Truppen am liebsten abziehen, so wie er es letztes Jahr grösstenteils bereits in Syrien gemacht hat.

Das kommt nicht überall gut an. Ein regelmässiger Kritiker der Trump-Politik im Kampf gegen den IS ist etwa Brett McGurk. Der ehemalige US-Sonderbeauftragte für die Internationale Anti-IS-Allianz twitterte zur Nachricht über den Tod der beiden US-Soldaten: «Wir haben unseren Fokus in dieser Mission verloren, während wir die Risiken unserer Leute erhöhen und ihre Ressourcen erschöpfen.» Zum Umstand, dass es sechs Stunden gedauert habe, bis man die beiden Toten habe bergen können, schreibt McGurk ominös: «Etwas stimmt hier nicht.»

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