Hurrikan mit Stärke 3: «Isaac» nähert sich - USA rufen Notstand aus

Aktualisiert

Hurrikan mit Stärke 3«Isaac» nähert sich - USA rufen Notstand aus

Tropensturm «Isaac» hat die Karibik hinter sich gelassen und rast nun auf die USA zu. Dort rüstet sich die Bevölkerung. Meteorologen gehen davon aus, dass «Isaac» deutlich stärker wird.

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oku/aeg

Hurrikan-Alarm im Süden der USA: Die Bewohner der US-Golfküste rüsten sich für «Isaac». In den Staaten Louisiana und Mississippi wurde der Notstand ausgerufen und auch in Florida verbarrikadierten Menschen ihre Häuser und stockten ihre Vorräte auf. Meteorologen erwarteten, dass der noch als Tropensturm eingestufte «Isaac» über dem Golf von Mexiko an Stärke gewinnen und als Hurrikan der Stufe 2 am Mittwoch die Küste erreichen könnte - am siebten Jahrestag von Hurrikan Katrina, der 2005 weite Teile der Region verwüstet hatte.

Der genaue Kurs, den der Tropensturm nehmen wird, nachdem er am Sonntag über die Florida Keys gezogen war, ist jedoch unklar. Das Nationale Hurrikanzentrum in Miami gab deshalb eine Hurrikanwarnung für weite Teile der nördlichen Golfküste heraus. In Louisiana rief Gouverneur Bobby Jindal den Notstand aus und erklärte, er werde wegen des Sturms möglicherweise nicht beim Parteitag der US-Republikaner in dieser Woche sprechen. Der Beginn des Treffens, bei dem Mitt Romney als offizieller Präsidentschaftskandidat der Partei nominiert werden soll, war wegen des Sturms bereits von Montag auf Dienstag verschoben worden.

Auch der Gouverneur im angrenzenden Mississippi veröffentlichte aus Sorge vor Überschwemmungen in niedrig liegenden Gegenden eine Notstandserklärung und die Betreiber von Bohrinseln und Förderplattformen evakuierten einen Teil ihrer Anlagen im Golf von Mexiko.

Hunderte Flüge in Miami gestrichen

Bereits vor Erreichen der Hurrikanstärke sorgte «Isaac» nicht nur beim Parteitag der Republikaner in Tampa für Probleme. Am Flughafen von Miami wurden am Sonntag 550 Flüge gestrichen. Von Key West an der Südspitze Floridas bis in den Norden von Miami kam es zu vereinzelten Stromausfällen. Der Gouverneur des Staates, Rick Scott, erklärte, es habe keine grösseren Schäden gegeben, als der Sturm über den äussersten Süden von Florida zog. Die Bewohner dort liessen sich vom Sturm auch nicht von Spaziergängen und Einkaufsbummel abhalten.

Anders könnte es allerdings an der Golfküste aussehen, wenn «Issac» über dem warmen Wasser des Golfs an Stärke zunimmt. Erreicht er die erwartete Stärke 2 würde er mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 177 Kilometern pro Stunde auf Land treffen.

Am späten Sonntagabend (Ortszeit) lag das Zentrum des Sturms rund 820 Kilometer südöstlich des Mississippi-Deltas. Das Hurrikanzentrum in Miami registrierte maximale Windgeschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde.

Bislang mindestens sieben Todesopfer

In der kubanischen Stadt Baracoa hat der Tropensturm Verwüstungen verursacht. 17 Häuser seien völlig zerstört worden, als der Wirbelsturm am Samstag in der Hafenstadt im Osten Kubas auf das Land prallte, berichtete das staatliche Fernsehen am Sonntag.

Menschen seien nicht verletzt worden, hiess es. Baracoa mit über 80 000 Einwohnern war diesen Angaben nach die vom Sturm am stärksten betroffene Stadt Kubas. In Haiti wurden durch «Isaac» mindestens sieben Menschen getötet.

«Isaac» war am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern innerhalb von fünf Stunden über den Osten Kubas hinweggezogen und erreichte am Sonntagnachmittag (Ortszeit) die Inselkette Florida Keys im Südosten der USA.

Sturm weckt böse Erinnerungen

Die US-Golfküste ist seit «Katrina» höchst sensibilisiert für Hurrikans. Der Sturm traf am 29. August 2005 auf New Orleans in Louisiana. Die Wucht liess die Dämme an mehreren Stellen brechen, die Stadt versank in den Fluten. Mehr als 1800 Menschen kamen damals durch den Sturm ums Leben, zehntausende Häuser wurden zerstört. (oku/aeg/sda/dapd)

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