Die Sensation der WM: Isinbajewa geht leer aus
Aktualisiert

Die Sensation der WMIsinbajewa geht leer aus

Wer hätte das gedacht: Jelena Isinbajewa, die Stabhochsprung-Dominatorin der letzten Jahre, hat an der Weltmeisterschaft in Berlin den Titel verpasst. Und nicht nur das: Im Final der besten Acht wird sie sogar Letzte.

von
Monika Brand

Isinbajewa scheiterte zuerst einmal auf ihrer Einstiegshöhe von 4,75 Metern und liess sich dann die Latte gleich auf 4,80 Meter legen. Die Russin, deren Weltrekord bei 5,05 Metern liegt, pokerte damit zu hoch: Sie scheiterte zweimal an der für ihre Verhältnisse geringen Höhe. Isinbajewa konnte somit keine gültige Höhe vorweisen und ging damit nicht nur medaillenmässig leer aus, sie wird im Klassement des Achterfinals gar nicht erst geführt.

Sie wisse nicht, was passiert sei, sagte Isinbajewa mit Tränen in den Augen, sie sei bereit gewesen. Die Russin war seit der WM 2003 in Paris, wo sie Dritte wurde, an Grossanlässen ungeschlagen. Sie gewann sowohl 2005 in Helsinki als auch 2007 in Osaka den WM-Titel, 2004 (Athen) und 2008 (Peking) holte sie jeweils Olympia-Gold.

Gold geht nach Polen

Überraschende Welmeisterin - wobei alles andere als Isinbajewa überraschend ist - wurde die Polin Anna Rogowska, die als einzige 4,75 Meter übersprang. Auch die Silbermedaille ging an eine Überraschungsfrau, nämlich an die Amerikanerin Chelsea Johnson. Sie teilt sich die Auszeichnung mit der Polin Monika Pyrek, die in den letzen Jahren als einzige Jelena Isinbajewa einigermassen das Wasser reichen konnte. Die beiden Vize-Weltmeisterinnen übersprangen je 4,65 Meter im ersten Versuch.

Bittere Niederlage bereits Ende Juli

Die Russin Isinbajewa hatte Ende Juli beim Super Grand Prix in London nach 17 Monaten und 18 Siegen in Serie erstmals wieder verloren. Damals scheiterte sie auf der bescheidenden Höhe von 4,68 Metern. Geschlagen wurde sie auch dort von der Polin Anna Rogowska. Isinbajewa scheint in diesem Jahr ihrer Form hinterherzuhinken: Ihre Jahresweltbestleistung liegt derzeit bei 4,85 Metern, also 20 Zentimetern unter ihrem letzten Weltrekord, welchen Sie vor ziemlich genau einem Jahr bei den Olympischen Spielen in Peking aufgestellt hatte.

Damit ist die erste heisse Affiche für Weltklasse Zürich am 28. August vorprogrammiert: Isinbajewa trifft dort erneut auf die neue Weltmeisterin Rogowska sowie auf eine der beiden Vize-Weltmeisterinnen, Monika Pyrek.

Berlin. Weltmeisterschaften. Frauen. Stab:

1. Anna Rogowska (Pol) 4,75

2. Chelsea Johnson (USA) und Monika Pyrek (Pol), je 4,65

4. Silke Spiegelburg (De) 4,65

5. Fabiana Murer (Bra) 4,55

6. Kate Dennison (Gbr) 4,55

7. Tatjana Polnowa (Rus) und Anna Battke (De) 4,40

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