Ausgespien: Isländischer Vulkan gibt Ruhe
Aktualisiert

AusgespienIsländischer Vulkan gibt Ruhe

Der isländische Vulkan Grímsvötn hat sich fünf Tage nach Beginn seines Ausbruchs weitgehend beruhigt. Wegen der Aschewolke waren 900 Flüge ausgefallen.

Nach Angaben des Meteorologischen Instituts in Reykjavik stiegen auch am Donnerstag keine Asche und kaum noch Dampf in die Luft. Ein rasches Wiederaufleben sei sehr unwahrscheinlich.

Von Montag bis Mittwoch waren wegen der Aschewolke europaweit rund 900 Flüge ausgefallen, das ist etwa jeder hundertste Flug, wie die Europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel meldete.

Es kam neben Island auch in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Irland, Schottland und England zu Behinderungen im Flugverkehr. Gestrandete Passagiere mussten in den Wartehallen ausharren oder auf Bahn oder Auto ausweichen. Allein am Flughafen Hamburg waren es 20 000, die ungewollt am Boden blieben.

Auch Swiss-Passagiere betroffen

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss musste am Mittwoch sechs Verbindungen streichen, wovon über 600 Passagiere betroffen waren. Bei den Flügen nach Kalifornien kam es zudem zu Verspätungen.

Ansonsten seien sämtliche Flüge nach Flugplan ausgeführt worden, sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. Er zeigte sich erleichtert darüber, dass der Vulkanausbruch vergleichsweise geringe Auswirkungen hatte.

Der Vulkan Grímsvötn unter dem Vatna-Gletscher im Südosten ist einer der aktivsten auf Island. Er hatte am Wochenende gigantische Mengen Vulkanasche bis zu 20 Kilometer hoch gespuckt und schlimme Erinnerungen geweckt: Gut ein Jahr zuvor hatte die Aschewolke des Gletschervulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in weiten Teilen Europas wochenlang lahmgelegt.

Bei mehr als 30 aktiven Vulkansystemen auf der Nordatlantikinsel Island sind Ausbrüche dort recht häufig. Man könne nie vorhersagen, wann es zu einem Ausbruch komme, hiess es aus dem Meteorologischen Institut.

(sda)

Deine Meinung