Islam-Zentrum im Wankdorf geplant
Im Wankdorf soll das grösste Islam-Zentrum Europas entstehen. Doch gegen den Komplex mit Hotel, Moschee und Museum macht sich bereits Widerstand breit.
Auf 23 000 Quadratmetern will der Dachverband der bernischen Muslimvereine im Wankdorf nebst einer Moschee und einem Islam-Museum auch Wohnungen, Kongressräume, Büros und ein Viersternehotel mit Hamam erstellen. Letzteres soll besonders Gäste aus Ländern wie Saudi-Arabien anlocken. Kosten des Projekts: zwischen 60 und 80 Millionen Franken. «Uns schwebt ein Bau nach islamischer und schweizerischer Architektur vor», sagt Dachverbandsprecher Farhad Afshar.
Wie die «NZZ am Sonntag» berichtete, wäre der Bau einer Moschee gemäss Zonenplan möglich. Doch die Muslime sind nicht die Einzigen, die bei der Stadt ums ehemalige Schlachthofareal buhlen. Afshar wirbt: «Das Begegnungszentrum schafft Arbeitsplätze und ist ein enormer Vorteil für Berns Tourismus.» Er sehe nicht ein, weshalb sich dagegen Widerstand regen könnte.
Da ist Thomas Fuchs (SVP) anderer Meinung. «Jetzt spinnen sie total», sagt er und versichert: «Wir schauen uns das Projekt sehr kritisch an und machen wenn nötig Opposition.» Ein Minarett komme ganz klar nicht in Frage. Ähnlich tönt es seitens der EDU. Fred Schneiter: «Der Islam ist eine militante Religion, die sich nicht breit machen darf.»
Eva Wirth
Die Meinungen gehen auseinander
Das in Bern geplante Islam-Zentrum wird auf 20minuten.ch rege diskutiert. «Sehr gute Idee. Die Schweiz wird im Bezug auf Religionen vielfältiger», meint etwa User Dominik Bruhin. «Wurde langsam Zeit, dass die zweitgrösste Religionsgemeinschaft der Schweiz unter würdigen Umständen ihrem Glauben folgen kann», sagt User Jean-Pierre Meyer. Strikte dagegen ist User liberal: «Integration geschieht nicht mit dem Bau eines gigantischen Kulturzentrums. Integration beginnt mit Basisarbeit; das Geld würde besser in Bildung angelegt.» Viele Beiträge wie etwa jener von desertfox zeigen ein eher generelles Unbehagen gegenüber dem Islam: «Ich hoffe, das Zentrum wird nicht von fundamentalistischem Gedankengut und Personen infiltriert, das wäre schade.» Weitere fordern mehr Toleranz gegenüber Christen in muslimischen Ländern.
(cde)