Deutschland im Visier des Terrors: Islamisten wollen deutsche Städte angreifen
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Deutschland im Visier des TerrorsIslamisten wollen deutsche Städte angreifen

Eine Woche nach dem Auftauchen des jüngsten Al-Kaida-Terror-Videos ist eine weitere gegen Deutschland gerichtete Film-Botschaft bekanntgeworden. Darin wird mit Anschlägen in deutschen Städten gedroht: «Wir werden eine Armee senden mitten in eure Stadt, besonders Berlin, Köln und Bremen».

Die Drohung, heisst es in einem Vorabbericht des «Focus», war auf eingeblendeten Texttafeln in einem bis etwa Mitte Januar auf Youtube eingestellten Video zu sehen.

Anders als bei dem Al-Kaida-Video fehlen dem Blatt zufolge allerdings bei dem am 12. Januar von der Internet-Plattform wieder entfernten Botschaft die sonst üblichen religiösen Verweise ebenso wie ein klarer Urheber. Deutsche Sicherheitskreise messen der vor einer Woche bekanntgewordenen Terror-Botschaft, im dem der Bonner Islamist Bekkay Harrach mit einer Panzerfaust feuert und in fast akzentfreiem Deutsch mit Anschlägen in Deutschland droht, denn auch deutlich mehr Bedeutung zu als dem jetzt bekanntgewordenen.

Harrach von Islamisten in Deutschland angeworben

An der Anwerbung von Harrach, der laut «Spiegel» innerhalb von Al Kaida an führender Stelle mit der Planung von Anschlägen betraut sein soll, waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft zwei bereits seit dem vergangenen Jahr in Deutschland inhaftierte Islamisten beteiligt.

Die nun erst bekanntgewordene Video-Botschaft liegt den Sicherheitsbehörden schon seit längerem vor, wie die Sprecherin des Bundesinnenministeriums, Alexandra Pietsch, am Samstag der Nachrichtenagentur AP sagte. Sie werde im Gemeinsamen Internetzentrum ausgewertet. «Das Video fügt sich in unsere Bewertung ein, wonach die dschihadistische Propaganda gegen Deutschland eine neue Qualität erreicht hat. Deutschland wird in solchen Botschaften explizit bedroht, auch in deutscher Sprache und mit deutschen Inhalten. Zunehmend werden Botschaften von Dschihadisten aus Deutschland verlesen.»

Dies fügt sich der Sprecherin zufolge in das Bedrohungslagebild ein: «Deutschland und deutsche Interessen im Ausland sind im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus. Dies zeigt sich unter anderem in den Anschlägen gegen Deutsche in Afghanistan oder den vereitelten Anschlägen der sogenannten Sauerland-Gruppe.»

Empfehlungsschreiben für Terrorlager

Der Sprecher des vor einer Woche bekanntgewordenen Al-Kaida-Videos, gegen den die Bundesanwaltschaft inzwischen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt, wurde nach den bisherigen Erkenntnissen von zwei Islamisten in Deutschland angeworben. Wie der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Frank Wallenta, der Nachrichtenagentur AP sagte, wurde der Deutsch-Marokkaner Harrach nach den Ermittlungen von dem türkischen Staatsbürger Ömer Ö. in dessen Bekanntenkreis ausgesucht und dann dem Deutsch-Pakistaner Aleem N. vorgestellt, der ihn mit einem Empfehlungsschreiben für die Ausbildung in einem Terrorlager ausstattete.

Harrach verliess demnach Deutschland im ersten Quartal 2007. Dass der 31-Jährige an führender Stelle von Al Kaida mit der Planung von Anschlägen befasst sei, wie dies der «Spiegel» in einem Vorabbericht schreibt, bestätigte Bundesanwaltschaftssprecher Wallenta nicht. Für eine Einschätzung des Rangs von Harrach in der Hierarchie der Terrororganisation sei es noch zu früh, sagte er. Weitere Stellungnahmen lehnte er ab.

Aleem N. wurde laut Bundesanwaltschaft im Februar 2008 festgenommen und muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht Koblenz wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, nämlich Al Kaida, verantworten. Ömer Ö. wurde im September 2008 wegen Unterstützung von Al Kaida festgenommen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. (dapd)

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