Mumbai-Attentat: Islamistenführer fordert die USA heraus
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Mumbai-AttentatIslamistenführer fordert die USA heraus

Die USA haben für die Ergreifung von Hafiz Mohammed Saeed ein Kopfgeld ausgesetzt. Diesen scheint dies wenig zu kümmern, er geht gar in die verbale Offensive.

Ungeachtet der Aussetzung eines Kopfgelds für seine Ergreifung ist der Gründer der pakistanischen Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) am Mittwoch an die Öffentlichkeit getreten. Dabei forderte Hafiz Mohammed Saeed die USA heraus.

Er sei bereit, sich einem US-Gericht zu stellen, sagte Saeed bei einer Pressekonferenz in einem Hotel in Rawalpindi. «Wenn die USA mich kontaktieren wollen, ich bin da, sie können mich kontaktieren.»

Die US-amerikanische Regierung macht Saeed für Anschläge Mumbai (Bombay) im Jahr 2008 mit 166 Toten verantwortlich. Am Montag hatte sie deshalb ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar für seine Ergreifung ausgesetzt.

«Ich wünschte, die Amerikaner würden die Belohnung mir geben»

Der 62-jährige frühere Professor machte sich an der Pressekonferenz über das Kopfgeld lustig. Derartige Belohnungen würden sonst nur für Menschen ausgesetzt, die sich in Bergen und Höhlen versteckten. «Ich wünschte, die Amerikaner würden die Belohnung mir geben», sagte er.

Saeed ist einer der Gründer der LeT, von der er sich nach eigenen Angaben losgesagt hat. Inzwischen führt er die verbotene islamische Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa, die der LeT zumindest nahesteht.

Sie ist eine der grössten Hilfsorganisationen Pakistans und vor allem für ihre Katastrophenhilfe nach dem schweren Erdbeben in Kaschmir 2005 bekannt. Die USA stufen sowohl die LeT als auch Jamaat- ud-Dawa als Terrororganisationen ein.

Saeed war nach den Anschlägen in Mumbai unter Hausarrest gestellt worden. Er kam 2009 wieder frei. Ein Jahr später urteilte das Oberste Gericht Pakistans, es gebe nicht genug Beweise für eine Festnahme. Saeed tritt in Pakistan häufig öffentlich auf.

(Saeed prvoziert die USA. Video YouTube) (sda)

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