Drittgrösste Bank soll verstaatlicht werden: Island stellt nächste Bank unter zwangsverwaltung

Aktualisiert

Drittgrösste Bank soll verstaatlicht werdenIsland stellt nächste Bank unter zwangsverwaltung

Die internationale Finanzkrise hält Island weiter fest im Griff. Die Regierung gab Pläne zu Verstaatlichung des drittgrössten Geldinstituts des Landes auf und stellte stattdessen die angeschlagene Glitnir-Bank unter Zwangsverwaltung. Damit geniesst die Bank vorerst Gläubigerschutz.

Die Probleme der Bank seien grösser als zunächst angenommen, sagte Zentralbankchef David Oddsson dem Fernsehsender RUV zur Begründung der Massnahme. Die isländische Bankenaufsicht setzte einen Zwangsverwalter für die Glitnir-Bank ein, der die Aufgaben des Vorstands übernahm und sofort mit der Sanierung des Geldinstituts begann. Als erstes sollen der finnische und der schwedische Geschäftsbereich der Bank verkauft werden.

Die isländische Regierung hatte erst vor zwei Wochen angekündigt, die Kontrolle über die angeschlagene Bank zu übernehmen und für rund 600 Millionen Euro einen Anteil von 75 Prozent an dem Geldinstitut zu kaufen. Ministerpräsident Geir Haarde hat angesichts der sich dramatisch zuspitzenden Finanzkrise vor einem Staatsbankrott gewarnt. (dapd)

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