Mysteriöses Sterben: Island wird von toten Heringen überschwemmt
Aktualisiert

Mysteriöses SterbenIsland wird von toten Heringen überschwemmt

Bereits zum zweiten Mal innert weniger Wochen bedecken Tausende Tonnen Fisch die Strände an Islands Westküste. Über den Grund des Massensterbens rätseln die Experten.

von
kmo

Ein toter Fisch stinkt. Zehntausende tote Heringe müssen einen bestialischen Gestank verströmen. Genau das passiert zurzeit an den Stränden im Westen Islands. Genauer: am Kolgrafafjörður auf der Halbinsel Snæfellsnes. Rund 7000 Tonnen tote Fische liegen laut Experten des Marine-Forschungszentrums von Island auf dem Land und rund 23'000 Tonnen auf dem Meeresgrund.

Doch die Katastrophe ist nicht nur ein olfaktorisches, sondern auch ein ökonomisches Desaster. Pro 10'000 Tonnen entgehen der isländischen Exportwirtschaft fast 9 Millionen Franken (1,25 Milliarden Isländische Kronen).

Erstickt oder erfroren

Über den Grund des massenhaften Fischsterbens streiten die Experten noch. Manche sehen die Ursache in einer Geländeauffüllung und in einer Brücke über den Fjord. Die im Jahr 2004 erstellten Bauten sollen dazu geführt haben, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser massiv abgenommen hat. Die Todesursache wäre demnach Ersticken.

Andere vermuten, dass plötzlich einsetzende und anhaltende Nordwinde zu einem Temperaturabsturz im Wasser führten. Die Fische wären demnach erfroren.

Ein bekanntes Phänomen

Es ist nicht das erste Mal, dass nordeuropäische Strände von toten Heringen überschwemmt wurden. Vor ein paar Tagen strandeten gemäss «Daily News» Zehntausende dieser Fische in Nordnorwegen. Und auch die Bewohner der isländischen Halbinsel Snæfellsnes kennen das Phänomen bereits: Zwischen 25'000 und 30'000 Tonnen Heringe starben Ende Dezember 2012.

Damals wurden laut «Iceland Review» Schülerinnen und Schüler des Dorfs Grundarfjörður aufgeboten, um beim Abtransport der toten Tiere mitzuhelfen. Die Fische wurden danach als Tierfutter wiederverwertet.

(Quelle: YouTube/you7uber)

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