Isolationshaft für den Inzest-Vater
Aktualisiert

Isolationshaft für den Inzest-Vater

Weil die Behörden in Österreich um sein Leben fürchten, wird der geständige Inzest-Täter Josef Fritzl im Gefängnis von den übrigen Gefangenen abgeschirmt.

Der 73-Jährige habe bei seiner Einlieferung «einen ruhigen und gefassten Eindruck gemacht», sagte der Leiter der Justizanstalt St. Pölten, Günther Mörwald, der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Fritzl sei bereits von einem Psychologen und einem Psychiater untersucht worden. Beide hätten festgestellt, dass derzeit keine akute Selbstmordgefahr bestehe.

Die Auswahl der Kinder, die in der oberen Wohnung leben durften, und derjenigen, die im Keller einsperrt wurden, dürfte davon abhängig gewesen sein, in welchem Gesundheitszustand sich die Kleinen befanden und ob sie «Schreikinder» waren. Das sagte Chefinspektor Leopold Etz vom Landeskriminalamt Niederösterreich der APA. Allerdings seien noch nicht alle Details bekannt. «In den drei bis vier Stunden der Einvernahme konnten wir nicht 24 Jahre Geschichte abfragen», sagte Etz.

«Fakt ist, dass die 42-jährige Elisabeth mit ihrem Vater ins Spital gekommen ist. Dort wurden dann beide zur Abklärung mitgenommen», sagte der Chefinspektor. Gerüchte, wonach ein Mitarbeiter des Krankenhauses auf die beiden aufmerksam wurde, wollte Etz nicht bestätigen.

Auch dass dem Verdächtigen bereits am Donnerstag und damit vor der Festnahme eine DNA-Probe entnommen wurde - wie in den Medien gemeldet wurde - stimmt laut Etz nicht. Zu diesem Zeitpunkt sei der 73-Jährige dazu nicht bereit gewesen. Die Probe sei erst am Sonntag oder Montag bei der Vernehmung genommen worden. Das Ergebnis wurde noch am Dienstagnachmittag erwartet.

Nähere Auskunft über den Zustand der Familie des Verdächtigen gab unterdessen der Amstettener Bezirkshauptmann Hans-Heinz Lenze. «Die Familie macht einen guten Eindruck», sagte er. Sowohl die zwei Kinder, die im Keller leben mussten, als auch die drei Kinder, die bei dem 73-Jährigen und seiner Ehefrau aufwuchsen, wurden gemeinsam in der Landesnervenklinik Mauer betreut.

Schwierige Annäherung der Kinder

Die Annäherung zwischen den Kindern aus dem Keller und jenen, die im Haus aufwuchsen, sei natürlich eine sensible Angelegenheit, sagte Lenze. Es werde in der Landesnervenklinik dafür gesorgt, «dass alle eine Beschäftigung haben». Die Kinder seien alle zusammen in einem Bereich untergebracht. Es gebe einen regen Unterhaltungsaustausch. Für die Geschwister der 42-jährigen beziehungsweise die Mitschüler der Kinder, die bei den Grosseltern aufwuchsen, gebe es Kriseninterventionsteams, diese könnten im Bedarfsfall zur Verfügung stehen, sagte der Bezirkshauptmann.

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(dapd)

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