Seltene Aufnahmen: Isolierte Dschungel-Indios suchen Kontakt
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Seltene AufnahmenIsolierte Dschungel-Indios suchen Kontakt

Sie gelten als die abgeschottetsten Menschen auf Erden. Die Mashco-Piro wurden im peruanischen Dschungel gefilmt, als sie nach Essen fragten. Doch eine Annäherung kann gefährlich sein.

von
kub

Ihre Körper sind teils bemalt, nur ihre Geschlechtsteile sind verdeckt. Viele halten Speere in den Händen. Immer wieder zeigen sie auf das Kameraauge, sprechen etwas Unverständliches. Einige Mashco-Piro-Indianer tragen grüne Bananen in ein Kanu, das im Wasser schwimmt.

Die Videoaufnahmen haben Seltenheitswert und wurden im Juni von Wildhütern aufgenommen. Der Präsident der indigenen Organisation Fenamad, Klaus Quicque, sagte, mehr als 100 Mashco-Piro seien an einem Fluss in der entlegenen Region Monte Salvado im Staat Madre de Dios erschienen. Sie hätten die örtlichen Yine-Indios um Bananen, Seile und Macheten gebeten. Das Video zeige Mashco-Piro allen Alters und Geschlechts, darunter auch Männer mit Speeren, Pfeilen und Bogen.

Quicque sagte gegenüber dem «Guardian» weiter, dass die 110 bis 150 Dorfbewohner von Monte Salvado um ihr Leben fürchteten. Am ersten Tag erschienen 23 Mashco-Piro, am zweiten 110 und am dritten 25. Sie sprachen eine Variation der Yine-Sprache, so Quicque weiter. Die Mashco-Piro haben ganz eigene Regeln des Zusammenlebens. So sollen die Männer Frauen und Kinder anderer Stämme kidnappen.

Entdeckung am Amazonas

Sind sie verärgert?

Die Anthropologin Beatriz Huertas sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, manchmal sehe man einzelne Mitglieder während der Trockenzeit durch den Dschungel wandern. Doch die Mashco-Piro so nah an einem Dorf anzutreffen, sei sehr selten. Es könnte sein, dass sie verärgert sind, weil sich andere Menschen an ihren Ressourcen bedienten. Womöglich wollten sie deshalb den Fluss überqueren. Sie drangen bis zur Mitte vor.

Die Regierung Perus führt die Mashco-Piro auf der Liste der «unkontaktierten indigenen Gruppen». Begegnungen mit den Stammesmitgliedern werden ausdrücklich untersagt, weil ihr Immunsystem für unsere Viren und Bakterien nicht ausgerüstet ist. Jede Krankheit könnte sie töten.

Die Mashco-Piro tauchten im Mai 2011 nach mehr als zwei Jahrzehnten selbst gewählter Isolation wieder auf. Ihnen wurde damals vorgeworfen, einen Wildhüter verwundet und einen Matsiguenka-Indio, der lange mit ihnen gelebt hatte, getötet zu haben. Es wird geschätzt, dass zwischen 12'000 und 15'000 Menschen von unkontaktierten Stämmen im Dschungel östlich der Anden leben.

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