Entführung in der Westbank: Israel bezichtigt erstmals Hauptverdächtige
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Entführung in der WestbankIsrael bezichtigt erstmals Hauptverdächtige

Zwei Hamas-Mitglieder wurden von der israelischen Armee verhaftet. Sie sind für Israel die Hauptverdächtigen im Entführungsfall der drei Talmud-Schüler.

Israel hat zwei Hamas-Mitglieder der Entführung dreier Jugendlicher im Westjordanland beschuldigt. Marwan Kawasmeh und Amer Abu Aischeh seien als Hauptverdächtige in dem Fall identifiziert worden, hiess es in einer Mitteilung des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet vom Donnerstagabend.

Beide Verdächtige gehören demnach einer Fraktion der radikalislamischen Hamas in Hebron an. In der Nähe der Stadt waren die drei Jugendlichen vor zwei Wochen verschwunden, als sie per Anhalter nach Hause fahren wollten.

Israel warf der Hamas bereits kurz danach vor, die Teenager verschleppt zu haben. Auch die beiden Verdächtigen sind nach Angaben von Schin Bet seit dem Verschwinden der drei nicht mehr gesehen worden.

Israel hatte in den vergangenen beiden Wochen Hunderte Palästinenser festgenommen und Wohnungen im Westjordanland durchsucht. Von den Jugendlichen fehlt aber nach wie vor jede Spur. Kritiker werfen den israelischen Behörden vor, sie benutzten das Verschwinden der jungen Talmudschüler, um die palästinensische Autonomieregierung von Präsident Mahmud Abbas zu schwächen.

Aus palästinensischer Sicht schürt Israel mit der Militäroperation die Spannungen in der Region und schadet dem Friedensprozess. Die Soldaten gingen gegen alles vor, was mit der Hamas in Verbindung gebracht werden könne. Dabei sei die islamistische Organisation nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Israel ohnehin stark geschwächt. «Israel hat kein wirkliches Ziel mehr», sagt der Generalmajor Adnan Damiri von den palästinensischen Sicherheitskräften. (sda)

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