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Israel: Justizminister nötigte junge Soldatin

Der israelische Justizminister Haim Ramon tritt zurück, weil er eine 18-jährige Soldatin zu einem Kuss gezwungen hat. Er gibt den Übergriff zu, hofft aber, nicht verurteilt zu werden.

Mit seiner Entscheidung mache er den Weg frei für ungehinderte Ermittlungen sagte der 56-Jährige und bekräftigte zugleich seine strafrechtliche Unschuld.

«Ich bin sicher, dass ich vor Gericht Recht bekomme», sagte Ramon. «Ein Kuss von zwei oder drei Sekunden kann nicht zu einem Verbrechen gemacht werden.» Der 56-Jährige soll die Rekrutin auf einer Abschiedsparty in einem Regierungsbüro belästigt haben. Der Vorfall fand den Berichten zufolge am 12. Juli statt - an diesem Tag begann der Krieg im Libanon.

Ramon erklärte am Freitag, dass er am Sonntag sein Ministeramt niederlege. Er verzichte auch auf seine parlamentarische Immunität und sein Recht auf eine Anhörung beim Generalstaatsanwalt. Dieser kündigte eine Klage gegen Ramon an und sagte, ihm bleibe angesichts der Zeugenaussagen keine andere Wahl.

Der Rücktritt des Justizministers ist ein weiterer Rückschlag für Ministerpräsident Ehud Olmert, der wegen des Verlaufs des Libanonkriegs innenpolitisch unter Druck steht. Ramon ist ein führender Politiker von Olmerts Kadima-Partei und galt in der Regierung als wichtige Stütze des Ministerpräsidenten. (dapd)

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