Nahost-Konflikt: Israel lässt 250 Palästinenser frei
Aktualisiert

Nahost-KonfliktIsrael lässt 250 Palästinenser frei

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat die Freilassung von 250 Palästinensern angekündigt. Dies wurde bei einem Gespräch zwischen ihm und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bekannt.

Die Häftlinge sollten als Geste des guten Willens im kommenden Monat freikommen, sagte ein Sprecher Olmerts nach dem ersten Treffen mit Abbas seit rund zwei Monaten. Sie würden vor dem islamischen Feiertag Al-Adha auf freien Fuss gesetzt. Das Fest beginnt am 7. oder 8. Dezember.

Rund 11 000 Palästinenser sind in Israel inhaftiert. Ihr Schicksal ist eine sehr emotionale Angelegenheit für die Palästinenser, die die Gefangenen als Helden und Widerstandkämpfer ehren.

Der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat bestätigte die geplante Freilassung, die auf Bitten von Abbas erreicht worden sei. Nach israelischen Angaben ist sie nicht mit den islamistischen Organisationen abgestimmt.

Waffenstillstand brüchig

Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas lehnt Verhandlungen mit Israel ab. Seit Juni gilt zwischen beiden ein Waffenstillstand, der allerdings sehr brüchig ist.

In den vergangenen Tagen griff Israel mehrfach Extremisten im Gazastreifen an. Die Hamas feuerte ihrerseits Raketen auf Israel. Nach Angaben eines israelischen Armeesprechers haben militante Palästinenser seit dem 4. November 135 Raketen auf Israel abgefeuert. Im gleichen Zeitraum wurden 13 militante Palästinenser sowie ein Zivilist getötet.

Hilfslieferung nach Gaza

Am Montag öffnete Israel erstmals seit zwei Wochen für Hilfslieferungen wieder einen Grenzübergang zum Gazastreifen und liess nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund 30 Lastwagen mit Hilfsgütern durch, darunter Fleisch und Milchpulver.

Mit den begrenzten Hilfslieferungen hat Israel auf wachsenden internationalen Druck reagiert. Auch die Schweiz forderte am Montag ein Ende der Abriegelung des Gazastreifens. Rund die Hälfte der 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen kann ohne Nahrungsmittelhilfen nicht überleben.

Journalisten protestieren

Der Verband der Auslandsjournalisten in Israel protestierte derweil dagegen, dass Journalisten seit Tagen nicht mehr zur aktuellen Berichterstattung in den Gazastreifen fahren dürfen. Das komme einer «ernsthaften Verletzung der Pressefreiheit» gleich.

Weiter heisst es in einer Erklärung vom Montag: «Wir betrachten das als einen skrupellosen Bruch der Pflicht der israelischen Regierung, Journalisten die Arbeit in der Region zu erlauben.» Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte zu dem Protest, die Politik Israels sei es, nur humanitäre Hilfe in den Gazastreifen zu lassen.

(sda)

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