Israel lässt Palästinenser nach Hause

Aktualisiert

Israel lässt Palästinenser nach Hause

Israel ist offenbar bereit, in Ägypten gestrandete Palästinenser über israelisches Staatsgebiet in den Gazastreifen reisen zu lassen.

Die ersten der rund 6000 Betroffenen, die bei Rafah festsitzen, könnten die Grenze schon in den kommenden Tagen passieren, sagte der palästinensische Informationsminister Riad Maliki am Samstag. Ein anderer palästinensischer Gewährsmann erklärte, Israel habe bereits ein Liste mit 627 Namen genehmigt.

Rund 100 Palästinenser würden am Sonntag, die anderen in der Liste aufgeführten am Montag die Grenze passieren, sagte Hani Dschabbur, der als palästinensischer Sicherheitskoordinator auf der ägyptischen Seite des Grenzübergangs Rafah arbeitet. Weil dieser Übergang seit 9. Juni geschlossen ist, war es den Palästinensern bislang unmöglich, in den Gazastreifen zurückzukehren. Nun sollen sie zunächst nach Israel und dann über den Grenzübergang Eres in das Küstengebiet einreisen dürfen, das seit Juni von der Hamas kontrolliert wird.

Die israelische Regierung bestätigte die Vereinbarung zunächst nicht direkt. Aussenamtssprecher Mark Regev sagte lediglich, Israel suche nach einer «kreativen Lösung». Niemand habe ein Interesse daran, dass die gestrandeten Palästinenser ewig festsässen.

An der Grenze vom Gazastreifen zu Israel wurden am Samstag zwei militante Palästinenser getötet. Nach Angaben eines militanten Ablegers der Fatah-Bewegung von Präsident Mahmud Abbas wollten seine beiden Kämpfer eine Bombe legen. Eine israelische Militärsprecherin erklärte, die Männer seien erschossen worden, weil sie Warnschüsse zum Verlassen des Grenzgebiets ignoriert hätten. (dapd)

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