Aktualisiert 21.03.2005 07:46

Israel: Neue Waffen gegen Demonstranten

Die israelischen Streitkräfte haben ein neues Waffensystem zum Einsatz bei Unruhen sowie zur Auflösung von Demonstrationen bestellt.

Laut der am Sonntag veröffentlichten Armee-Publikation «Bamahane» handelt es sich um so genannte nicht-tödliche Waffen wie Betäubungsgranaten oder Gummikugeln. Die Geschosse des Systems mit Namen «Venom» (Gift) können dem Bericht zufolge aus Fahrzeugen heraus abgefeuert werden. Vorgesehen sei eine Installation auf dem Dach von leichten Schützenpanzern.

Die Armee habe zunächst zwei dieser Waffensysteme mit je 30 Geschossrunden bestellt. Sie sollen in Kürze einsatzfähig sein, wie es weiter hiess. Der grosse Vorteil liege darin, dass Soldaten damit Menschenmengen auflösen könnten, ohne ihre Schützenpanzer verlassen zu müssen. Dadurch seien sie weniger gefährdet, mit Steinen oder Brandbomben beworfen zu werden.

Zu dem Waffensystem gehören neben Betäubungsgranaten und Gummigeschossen auch Rauchbomben und Tränengas. Die Bestellung erfolgte den Angaben zufolge vor der Entscheidung über den israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen und vier Siedlungen des Westjordanlands. Ob die Waffen auch gegen den Widerstand von Siedlern gegen ihre Evakuierung eingesetzt werden sollen, blieb allerdings unklar. (dapd)

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