Aktualisiert 27.10.2009 06:55

Knappes TrinkwasserIsrael öffnet den Wasserhahn zu wenig

Die Menschenrechts- gruppe Amnesty International wirft Israel vor, den Palästinensern in den besetzten Gebieten den Zugang zu ausreichenden Mengen Trinkwasser zu verwehren. Die Israelis bezeichnen den Vorwurf als «absurd».

Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser sei in Israel mit 300 Litern gut viermal so hoch wie im Westjordanland und dem Gazastreifen, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Im Westjordanland seien die Palästinenser von Wasser aus Tanklastwagen abhängig, die wegen israelischer Strassensperren und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit lange Umwege fahren müssten. Dadurch seien die Wasserpreise drastisch gestiegen.

Kaum bezahlbarer Luxus

«Wasser ist ein Grundbedürfnis und ein Recht», sagte Amnesty- Vertreterin Donatella Rovera. Für viele Palästinenser sei es aber ein kaum bezahlbarer Luxus geworden, selbst die nötigsten Mengen von Wasser minderer Qualität zu bekommen. Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bezeichnete es als «absurd» zu behaupten, Israel enthalte den Palästinensern Wasser vor.

Das Land gebe den Palästinensern mehr davon, als es gemäss dem Oslo-Friedensabkommen von 1993 müsse. Die israelische Wasserbehörde nannte den Bericht voreingenommen und falsch. Der Unterschied im Wasserverbrauch sei nicht so gross wie von Amnesty angegeben.

Israel kontrolliert grosse Teile der Wasservorräte des Westjordanlands und verkauft den Palästinensern Teile davon. Menschenrechtler kritisieren, die dafür in den Oslo-Abkommen festgelegten Mengen seien nicht entsprechend dem Bevölkerungswachstum angepasst worden. (sda)

Palästinenser wenden sich an die UNO

Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften in Jerusalem haben sich die Palästinenser an den UNO-Sicherheitsrat gewandt. Die internationale Gemeinschaft dürfe angesichts der «illegalen und aggressiven» Aktivitäten Israels in Ost-Jerusalem nicht «untätig» bleiben, schrieb der palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen, Riad Manur, am Montag in einem Brief an den UNO-Sicherheitsrat.

Am Sonntag waren bei Zusammenstössen von israelischen Sicherheitskräften und palästinensischen Demonstranten in der Altstadt von Jerusalem rund 30 Menschen verletzt worden. Auf dem Tempelberg im von Israel besetzten Ostteil der Stadt erhebt sich neben dem Felsendom auch die El-Aksa-Moschee, das drittwichtigste islamische Heiligtum nach Mekka und Medina. Sie ist auf den Ruinen des zweitens jüdischen Tempels erbaut, von dem nur noch eine Wand erhalten ist - die den Juden heilige Klagemauer.

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