Nächtliche Attacke: Israel räumt Luftangriff in Syrien ein
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Nächtliche AttackeIsrael räumt Luftangriff in Syrien ein

Israel hat erstmals indirekt einen Luftangriff auf syrisches Gebiet bestätigt. «Ich kann den Zeitungsberichten über das, was sich in Syrien vor einigen Tagen ereignet hat, nichts hinzufügen», sagte Verteidigungsminister Barak.

Wenige Tage nach dem mutmasslichen israelischen Luftangriff auf Ziele in Syrien hat Verteidigungsminister Ehud Barak die Attacken erstmals indirekt eingeräumt. «Was vor ein paar Tagen in Syrien passiert ist, beweist: Wenn wir etwas sagen, dann meinen wir das auch so», sagte Barak am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. «Und wir haben gesagt, wir glauben nicht, dass man zulassen sollte, dass moderne Waffensysteme in den Libanon gebracht werden.»

In der Nacht auf vergangenen Mittwoch hatten israelische Kampfflugzeuge Medienberichten zufolge einen Lastwagenkonvoi mit Flugabwehrraketen vom Typ SA-17 aus russischer Produktion angegriffen. Die Raketen seien offenbar für die radikalislamische Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon bestimmt gewesen. Israel fürchtet dieses Waffensystem, da es seine Lufthoheit in der Region infrage stellen könnte.

Zudem soll bei der nächtlichen Attacke auch ein militärisches Forschungszentrum nordwestlich von Damaskus angegriffen worden sein. Das syrische Staatsfernsehen strahlte am Samstag Bilder von der zerstörten Anlage aus. In den Aufnahmen waren ausgebrannte Autos und schwer beschädigte Gebäudeteile zu sehen. Unterdessen berichtete das US-Magazin «Time» unter Berufung auf westliche Geheimdienstkreise, die USA hätten Jerusalem «grünes Licht» für weitere Angriffe gegeben. (sda)

Präsident Assad: Israel will Syrien destabilisieren

In seiner ersten öffentlichen Äusserung seit den mutmasslichen israelischen Luftangriffen in der vergangenen Woche hat der syrische Präsident Baschar al Assad dem Nachbarland vorgeworfen, Syrien destabilisieren zu wollen. Die Zerstörung des militärischen Forschungszentrums nahe Damaskus zeige, dass Israel und andere feindliche Mächte Syrien schwächen wollten, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur SANA Assad am Sonntag. In einem Gespräch mit dem Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Said Dschalili, habe der Staatschef erklärt, Syrien sei den gegenwärtigen Herausforderungen gewachsen und werde jede Aggression abwehren.

Am Samstag hatte eine Gewährsperson aus den syrischen Streitkräften der regierungskritischen Internetseite Al Hakika allerdings gesagt, Assad wolle auf die israelischen Luftangriffe nicht reagieren, wie die Zeitung «Jerusalem Post» berichtete. Wegen des sei fast zwei Jahren andauernden Bürgerkriegs gegen die Aufständischen seien die Regierungstruppen derzeit zu geschwächt für einen internationalen Konflikt.

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