Aktualisiert 03.08.2006 12:51

Israel tötete 300 Kinder

Dem libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora zufolge sind hat Israels Krieg gegen die Hisbollah in Libanon bislang 900 Menschen das Leben gekostet. Rund ein Drittel der Opfer seien Kinder unter zwölf Jahren gewesen.

Durch die Offensive seien 3000 Menschen verletzt worden, sagte Siniora am Donnerstag in einer Videobotschaft an führende Politiker islamischer Länder. Rund ein Viertel der Einwohner seines Landes - eine Million Menschen - seien vertrieben worden, sagte der Regierungschef weiter.

Vermisste und weniger Tote in Kana

Die Zahl der beim Bombardement von Kana im Südlibanon getöteten Menschen wurde inzwischen von 52 auf 28 heruntergesetzt. «Es gibt 28 bestätigte Todesfälle, davon 16 Kinder, und neun Verletzte», erklärte die Leitung des Regierungsspitals der libanesischen Hafenstadt Tyrus am Donnerstag.

Dies gehe aus einer Untersuchung der Nicht- Regierungsorganisation Human Rights Watch (HRW) hervor. Der libanesische Zivilschutz hatte nach dem israelischen Bombardement vom Sonntag zunächst von 52 Toten gesprochen.

Die Abweichungen ergeben sich HRW zufolge aus der irrigen Annahme, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs 63 Menschen in dem Gebäude befunden hätten. Tatsächlich sei es aber mindestens 22 Personen gelungen, das Haus noch vor dem Angriff zu verlassen. 13 Personen würden noch vermisst.

Israels Luftwaffe greift Südbeirut an

Die israelische Luftwaffe griff am Donnerstag wieder den Süden Beiruts, eine wichtige Brücke im Osten des Libanons und Dörfer in der Nähe von Tyrus an. Das berichteten libanesische Sicherheitskreise.

Israels Armee teilte unterdessen mit, bei Gefechten im Süden Libanons seien 35 Hisbollah-Kämpfer getötet worden. Soldaten hätten in mehreren Dörfern im Grenzgebiet Posten errichtet.

Die israelische Armee sprach von mehr als 120 Zielen, die seit dem frühen Donnerstagmorgen angegriffen worden seien. Dabei seien Raketenstellungen der Hisbollah-Miliz und 35 von der Organisation genutzte Gebäude und Lager getroffen worden.

Acht Tote bei Angriff im Gazastreifen

Israelische Soldaten töteten am Donnerstag im Süden des Gazastreifens mindestens acht Palästinenser. Mehr als 20 Palästinenser seien verletzt worden, teilte ein Spital in der Stadt Rafah mit. Unter den Getöteten seien mindestens fünf Mitglieder militanter Gruppen, aber auch ein 12-jähriger Junge, hiess es in Rafah.

Soldaten suchten bei Rafah nach Tunneln, sagte eine Sprecherin der israelischen Armee in Tel Aviv. Die Stadt liegt unmittelbar an der Grenze zu Ägypten. Nach palästinensischen Angaben gab es Schiessereien zwischen bewaffneten Palästinensern und Soldaten. Die israelische Luftwaffe habe mehrere Angriffe geflogen. (sda)

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