Israel: Tote bei Selbstmordanschlag

Aktualisiert

Israel: Tote bei Selbstmordanschlag

Beim ersten Selbstmordanschlag in Israel nach dem Abzug aus dem Gazastreifen sind in der Stadt Hadera mindestens fünf Menschen, darunter der Attentäter, getötet worden.

Bei der Explosion auf einem Markt wurden zudem rund 30 Menschen verletzt. Der Selbstmordattentäter sprengte sich nach Radioberichten neben einem Imbiss-Stand inmitten des belebten Marktes in die Luft. Die Detonation habe schweren Schaden angerichtet, hiess es weiter. Fünf Geschäfte seien von der Wucht der Explosion weitgehend zerstört worden.

Zu der Tat bekannte sich der Islamische Dschihad. Die militante Palästinenserorganisation hatte den Anschlag in der nordisraelischen Stadt als Rache für die Tötung von zwei ranghohen Mitgliedern im Westjordanland angekündigt.

Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte den Anschlag und rief alle Palästinensergruppen auf, sich an die Waffenruhe zu halten. «Diese Art von Einsatz ist nicht im Interesse der Palästinenser», erklärte der palästinensische Verhandlungsführer Sajeb Erakat in Ramallah. «Gewalt führt nur zu mehr Gewalt.»

Es war der erste Selbstmordanschlag in Israel seit dem 28. August, als sich ein Palästinenser in der Wüstenstadt Beerschewa auf einem Busbahnhof in die Luft sprengte.

EU-Beobachter

Derweil einigten sich Israel und Ägypten nach ersten Konsultationen mit der EU auf eine internationale Überwachung des Grenzübergangs Rafah vom Gazastreifens nach Ägypten.

Nach einem Treffen des israelischen Verteidigungsministers Schaul Mofas mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Kairo wurde erwartet, dass die EU diese Beobachter stellen wird.

Zu der künftigen Grenzüberwachung sagte Mofas am Mittwoch in Kairo : «Wir haben uns darauf geeinigt, dass es am Grenzübergang Rafah eine dritte Partei (neben den palästinensischen und ägyptischen Grenzwächtern) geben wird. Wer diese Partei sein wird und wie genau ihre Rolle definiert ist, steht noch nicht fest.»

Israel hatte nach dem Abzug seiner Armee aus dem Palästinensergebiet auf einer Schliessung des Übergangs bestanden und Sicherheitsbedenken angeführt. Die Palästinenser wollen dagegen Rafah zu einem Tor zur Welt für Wirtschaft und Personenverkehr machen.

EU wartet auf Anfrage

Über eine Stationierung von Beobachtern der Europäischen Union hatte der EU-Beauftragte für die Aussen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, bereits im Mai mit dem stellvertretenden israelischen Regierungschef Schimon Peres gesprochen. Brüssel wartet nach Angaben von Diplomaten aber auf eine offizielle Anfrage.

Die EU-Staaten wären nach Einschätzung von Diplomaten generell bereit, Zöllner und andere Spezialkräfte nach Rafah zu entsenden, die dann die Abwicklung der Zoll- und Passkontrollen überwachen. Mit der militärischen Sicherung der Grenze zwischen dem Gazastreifen und der Sinai-Halbinsel hätte die EU aber nichts zu tun.

Dafür ist Ägypten zuständig, das darüber vor dem Abzug der israelischen Armee aus dem Gebiet einen detaillierten Vertrag mit Israel abgeschlossen hatte. In dem Vertrag verpflichtet sich Kairo unter anderem, den Waffenschmuggel in den Gazastreifen zu unterbinden.

(dapd)

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