19.10.2020 02:13

Naher OstenIsrael und Bahrain unterzeichnen Abkommen

Mit der Unterschrift können zwischen den beiden Ländern nun formell die diplomatischen Beziehungen aufgenommen werden. US-Finanzminister Mnuchin hat dies als «aussergewöhnlichste Ergebnis der vergangenen 25 Jahre» im arabischen Raum bezeichnet.

1 / 4
Regierungsvertreter aus Israel und Bahrain haben in Bahrain eine Vereinbarung zur formellen Aufnahme von diplomatischen Gesprächen unterzeichnet. (18. Oktober 2020)

Regierungsvertreter aus Israel und Bahrain haben in Bahrain eine Vereinbarung zur formellen Aufnahme von diplomatischen Gesprächen unterzeichnet. (18. Oktober 2020)

REUTERS
Kein Händeschütteln, dafür eine Besiegelung per Ellenbogen. 

Kein Händeschütteln, dafür eine Besiegelung per Ellenbogen.

REUTERS
US-Finanzminister Mnuchin (hinten im Bild) sprach vom «aussergewöhnlichsten Ergebnis der vergangenen 25 Jahre» im arabischen Raum.

US-Finanzminister Mnuchin (hinten im Bild) sprach vom «aussergewöhnlichsten Ergebnis der vergangenen 25 Jahre» im arabischen Raum.

REUTERS

Israel und Bahrain haben bei einer Zeremonie in Manama ein Kommuniqué zur formellen Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand am Sonntag bei einem Besuch hochrangiger Vertreter aus Israel und den USA in der Hauptstadt des Golfstaats Bahrains statt. Zuvor waren eine israelische und eine US-Delegation am Sonntag gemeinsam in den Golfstaat gereist.

Die Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al startete am Vormittag von Tel Aviv in Richtung Manama, wie das Aussenministerium in Jerusalem bestätigte. Der Flug hatte die Nummer 973 – wie Bahrains Ländervorwahl. Bahrains Aussenminister Abdullatif al-Sajani empfing die Delegation nach der Ankunft in Manama. «Wir sind überzeugt, dass unser nächster Schritt zum echtem und bleibenden Frieden führen wird, der die Rechte der Menschen im Nahen Osten wahrt», sagte Al-Sajani. Er bezeichnete den Besuch als «historisch». An der Spitze der US-Delegation stand Finanzminister Steve Mnuchin, die israelische Delegation wurde vom Sicherheitsberater Meir Ben-Schabat angeführt.

Palästinenser fühlen sich verraten

Israel sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain hatten Mitte September in Washington historische Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterschrieben. US-Finanzminister Mnuchin sprach gegenüber Reportern am Sonntag vom «aussergewöhnlichsten Ergebnis der vergangenen 25 Jahre» im arabischen Raum. Die wirtschaftlichen Chancen der drei Staaten seien «gewaltig». Von den arabischen Ländern hatten bisher nur Ägypten und Jordanien diplomatische Kontakte zu Israel.

Saudi-Arabien reagierte auf die Abkommen zurückhaltend. Das Königreich hat aber seinen Luftraum für Flugverbindungen zwischen Israel und den VAE sowie Bahrain freigegeben.

Im Gegenzug für die Vereinbarung mit den Emiraten will die israelische Regierung die Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Die arabischen Staaten verfolgten bislang den Ansatz, die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu machen. Die Palästinenser fühlen sich daher von den jüngsten Abkommen verraten.

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.