Nahost: Israel wehrt sich gegen Gaza-Bericht der UNO
Aktualisiert

NahostIsrael wehrt sich gegen Gaza-Bericht der UNO

Israel hat als Reaktion auf einen kritischen UNO-Bericht über den Gaza-Krieg eine internationale Kampagne in den Medien und der Diplomatie gestartet.

Das israelische Aussenministerium kündigte am Mittwoch Schritte zur «Schadensbegrenzung» an. Die Regierung in Jerusalem will nach Medienberichten verhindern, dass der Goldstone-Bericht vor den UNO-Sicherheitsrat kommt oder an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überwiesen wird. Er wolle während eines Gesprächs mit der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York, Susan Rice, um Unterstützung bitten, sagte der israelische Vize-Aussenminister Danny Ajalon.

Der Leiter des UNO-Untersuchungsteams, Richard Goldstone, sagte am Dienstag in New York, Israel und die Palästinenser hätten sich im Gaza-Feldzug um den Jahreswechsel zahlreicher Kriegsverbrechen schuldig gemacht. «Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die Aktionen des israelischen Militärs auf Kriegsverbrechen und in mancher Beziehung vielleicht auch auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinauslaufen», sagte Goldstone, der aus Südafrika stammt und selbst Jude ist.

«Kriegserklärung» an Israel

In einer offiziellen Stellungnahme des Aussenministeriums in Jerusalem heisst es, der Bericht habe Israel erschüttert und enttäuscht. Der Bericht offenbare die kaum verhüllte Absicht, eine politische Kampagne gegen Israel zu starten.

Die Tageszeitung «Jediot Achronot» zitierte einen hochrangigen Mitarbeiter im Aussenministerium mit den Worten, dass der Bericht eine eine «Kriegserklärung» an Israel sei. Kommentatoren sprachen von «Anti-Semitismus». Dagegen forderten mehrere israelische Menschenrechtsorganisationen die Regierung auf, mit einer unabhängigen Untersuchung, den Beschuldigungen nachzugehen. (sda)

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