Israel will Besitz von Atomwaffen nicht zugeben
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Israel will Besitz von Atomwaffen nicht zugeben

Israel will weiterhin nicht offen legen, ob es Atomwaffen besitzt oder nicht. Laut Experten besitzt Israel zwischen 100 und 400 Atomsprengköpfen.

Die Politik der «nuklearen Zweideutigkeit» habe sich als erfolgreich erwiesen, sagte Ministerpräsident Ariel Scharon am Dienstag.

Israel verfügt nach übereinstimmender Meinung aller Experten seit Jahren über Atomwaffen. Zur Abschreckung lässt das Land den Besitz der Waffen zwar durchblicken, gibt ihn aber nicht offiziell zu. Laut Experten besitzt Israel zwischen 100 und 400 Atomsprengköpfen.

Das Land ist nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrags und unterliegt deshalb nicht den Inspektionen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA).

Deren Chef, Mohammed el Baradie, begann am Dienstag einen zweitägigen Besuch in Israel. El Baradei besucht Israel zum ersten Mal seit sechs Jahren. Er will für eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten werben.

Besuch herunterspielen

Scharon sagte dazu in einem Radiointerview: «Ich weiss nicht, was er hier sehen will.» Israel müsse alle nötigen Waffen besitzen, um sich selbst verteidigen zu können.

Die israelische Regierung möchte dem Besuch el Baradeis möglichst wenig Bedeutung zukommen lassen. Er wird weder den israelischen Atomreaktor in Dimona in der Negev-Wüste noch die nukleare Forschungsanlage in Nahal Sorek besuchen.

El Baradei sagte vor seiner Abreise in Kairo, er wolle die unterschiedlichen Standpunkte zwischen Israel und seinen Nachbarn annähern.

Laut Diplomaten will er vertrauensbildende Massnahmen vorschlagen. «Es ist wichtig, dass es eine Strassenkarte für Sicherheit gibt, genauso wie es eine Strassenkarte für Frieden gibt», sagte der IAEA-Chef weiter.

Seitdem Libyen keine Atomwaffen mehr herstellen will, wächst der Druck auf Israel, seinerseits auf Atomwaffen zu verzichten. Das Land verweist jedoch auf Nahost-Staaten wie Syrien oder Iran, die Israel vernichten wollten.

(sda)

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