Israel will mit Abbas verhandeln

Aktualisiert

Israel will mit Abbas verhandeln

Zur Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses ist Israels Premier Ehud Olmert bereit zu einem Treffen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas.

Das sagte Olmert am Sonntagabend nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Scharm el Scheich auf der Sinai-Halbinsel. Einen Termin für eine Begegnung mit Abbas nannte Olmert nicht.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mubarak versicherte er jedoch, Israel bleibe der so genannten Road Map, dem internationalen Friedensplan, verpflichtet, der die Gründung eines Palästinenserstaates vorsieht. Mubarak äusserte die Hoffnung, zusammen mit Olmert den Friedensprozess voranbringen zu können.

Ägypten gilt im Nahost-Konflikt als Befürworter einer Verhandlungslösung und dringt Israel auf eine Lockerung der Wirtschaftsblockade gegen die Palästinenser, da diese nach Ansicht Kairos dem Extremismus Vorschub leistet.

Bericht zu Grenzvorfall

Das Treffen in Scharm el Scheich wurde überschattet von einem Grenzvorfall am Freitag. Israelische Soldaten hatten zwei ägyptische Polizisten erschossen, die bei der Jagd nach Schmugglern auf israelisches Territorium gerieten.

Nach israelischer Darstellung schossen die ägyptischen Polizisten auf die 80 Meter von ihnen entfernten Soldaten - im Glauben, bei ihnen handle es sich um Schmuggler. Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena zitierte dagegen einen Sicherheitsbeamten, laut dem die beiden auf ägyptischem Gebiet getötet wurden.

Die Toten seien dann auf die israelische Seite gebracht worden, um glauben zu machen, sie seien wegen illegalen Grenzübertritts erschossen worden. Olmert bedauerte den Zwischenfall und kündigte nach dem Treffen mit Mubarak eine gemeinsame Untersuchung an.

Fatah-Verhandlungen mit Hamas

In den Palästinensergebieten verhandelten ranghohe Fatah- Mitglieder mit Ministerpräsident Ismail Hanija telefonisch über eine Initiative zur Beendigung der finanziellen und politischen Krise.

Die Initiative sieht ein Ende der Attentate in Israel vor, die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit und die Gründung eines Staates Palästina in den Grenzen von 1967.

Hanija äusserte sich ablehnend über Abbas' Vorhaben, die Initiative innerhalb von 40 Tagen zum Gegenstand eines Referendums zu machen. Die palästinensische Verfassung erlaube keinen Volksentscheid, sagte er in Gaza. Die Hamas lehnt die Initiative bislang als indirekte Anerkennung des Staates Israel ab.

(sda)

Deine Meinung