Aktualisiert 11.01.2010 13:48

Illegale Einwanderer

Israel will Zaun an Grenze zu Ägypten bauen

Israel baut eine neue Grenzbarriere, diesmal entlang der Grenze zu Ägypten. Damit sollen in erster Linie illegale Einwanderer daran gehindert werden, ins Land zu gelangen.

Israelische Soldaten bewachen sudanesische Flüchtlinge, die illegal die Grenze überquert haben. (Bild: Keystone)

Israelische Soldaten bewachen sudanesische Flüchtlinge, die illegal die Grenze überquert haben. (Bild: Keystone)

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Montag, der Bau des Zauns sei «eine strategische Entscheidung, um den jüdischen und demokratischen Charakter des Staates zu wahren». Israel stehe jedoch weiter für Flüchtlinge aus Konfliktgebieten offen.

Israel könne es nicht zulassen, dass tausende illegale Arbeiter in das Land strömten. Die israelische Polizei geht davon aus, dass jede Woche 100 bis 200 illegale Arbeitssuchende, Flüchtlinge und «Kriminelle» vorwiegend aus Afrika die israelisch-ägyptische Grenze passieren. Entlang des Grenzzauns sollen auch Bewegungsmelder angebracht werden.

In einer ersten Phase sollen zwei Teile - der eine im Süden bei Eilat am Roten Meer und der andere nahe der israelischen Grenze zum Gazastreifen - gebaut werden. Wie die israelische Zeitung «Haaretz» online weiter schreibt, hat Ägypten seinerseits die Überwachung der Grenze verstärkt, um den Menschenschmuggel zu unterbinden.

Die ägyptische Grenzpolizei habe seit Mai mindestens 17 Illegale getötet, die versuchten die Grenze zu überqueren. Dies hat sowohl Ägypten als auch Israel scharfe Kritik von Menschenrechtsgruppen eingetragen. Die Grenze zwischen den beiden Ländern ist 266 Kilometer lang.

Grenze aus Stahl zum Gazastreifen

Ägypten seinerseits baut an der Grenze zum Gazastreifen eine neue Grenzanlage aus Stahl. Die Sperranlage soll den Schmuggel in das von der radikal-islamischen Hamas beherrschte Gebiet unterbinden. Immer wieder werden die Tunnel von der israelischen Luftwaffe angriffen, da durch sie auch Waffen in den Gazastreifen gelangen.

Seit der israelischen Besetzung des Gazastreifens von 1967 bis 2005 verbindet eine einmalige Tunnelwirtschaft das Gebiet mit Ägypten. Wie viele Tunnel es gibt, ist unbekannt. Seit sich die Hamas im Juni 2007 an die Macht geputscht hat, bleiben die Grenzübergänge vom Gazastreifen zu Israel und Ägypten geschlossen - nur humanitäre Hilfe darf durch. Die Tunnel bilden damit eine Lebensader.

Drei Palästinenser getötet

Im Gazastreifen wurden am Sonntag drei militante Palästinenser durch einen israelischen Luftangriff getötet. Nach Angaben von Spitalärzten wurden die drei Männer in Deir al-Balah von einer Rakete getroffen. Augenzeugen zufolge wollten die Männer ihrerseits eine Rakete auf israelisches Gebiet feuern. Sie waren nach palästinensischen Angaben Mitglieder der Al-Kuds-Brigaden, dem bewaffneten Flügel des Islamischen Dschihad. (sda/dapd)

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