Israel zerstören: Iran doppelt nach
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Israel zerstören: Iran doppelt nach

Einen Tag nach dem Aufruf des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zur Zerstörung Israels hat Iran Israel erneut die Legitimation abgesprochen.

Teheran erkenne «das zionistische Besatzungsregime» nicht an.

Dieses halte sich nicht an die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats, sagte Irans Aussenminister Manuschehr Mottaki am Donnerstag laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Israel blühe und gedeihe auf der Grundlage des «Verderbens und des Exils der rechtmässigen Besitzer des Landes».

Iran habe schon unmittelbar nach der Revolution von 1979 sowohl Israel als auch dem damaligen Apartheidsregime Südafrika vor der UNO die Legitimation abgesprochen.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan erklärte, er habe von Ahmadinedschads Aufruf «mit Bestürzung» gelesen. Alle UNO-Mitgliedstaaten seien daran erinnert, dass Israel als langjähriges Mitglied «die selben Rechte und Pflichten» wie alle anderen habe.

Bei einer Reise nach Iran in den kommenden Wochen werde er nun dieses Thema und den Nahost-Friedensprozess in den Mittelpunkt stellen, erklärte Annan. Die Reise sei bereits geplant gewesen.

Ahmadinedschad hatte am Mittwoch öffentlich die Vernichtung Israels gefordert. In einer Rede auf einer Konferenz mit dem Titel «Die Welt ohne Zionismus» sagte Ahmadinedschad in Teheran: «Wie es der Imam (Ayatollah Khomeini) gesagt hat, Israel muss von der Landkarte radiert werden.»

Es war das erste Mal seit Jahren, dass ein so hoher iranischer Politiker die Vernichtung Israels forderte. Die Äusserung löste international scharfe Proteste aus. EU und USA reagierten empört. Israel forderte, Iran aus der UNO auszustossen.

Die Schweiz bestellte den iranischen Vertreter in Bern ein. Für die Schweiz wäre es undenkbar, dass ein UNO-Mitglied zur gewaltsamen Zerstörung eines anderen UNO-Mitglieds aufruft, hiess es von Seiten des Aussenministeriums (EDA).

(sda)

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