Aktualisiert 14.04.2010 12:34

Terrorwarnung

Israelis fliehen von Sinai-Halbinsel

Hunderte Israelis haben nach einer eindringlichen Terrorwarnung ihrer Regierung die Sinai-Halbinsel verlassen. Die ägyptische Polizei hat derweil Berichte über eine Terrorgefahr dementiert.

Ein Angehöriger der ägyptischen Sicherheitskräfte sagte am Mittwoch auf Anfrage, eine von Israel am Vortag veröffentlichte Warnung entbehre jeder Grundlage. Es gebe keine aktuelle Gefahr für Touristen auf der Sinai- Halbinsel und auch keine speziellen Risiken für Israelis.

Dessen ungeachtet folgten hunderte israelische Touristen der Aufforderung ihrer Regierung zum sofortigen Verlassen des Gebiets. Polizeisprecher Micky Rosenfeld erklärte, am Dienstag hätten sich etwa 650 Israelis auf dem Sinai aufgehalten. Bis Mittwochmorgen hätten 430 das Gebiet verlassen.

Israel hat zwar eine ständige Reisewarnung, die von Abstechern in die Sinai-Wüste abrät, doch wird dies von Tausenden Israelis stets geflissentlich ignoriert. Mit dem Aufruf, «sofort abzureisen und heimzukehren» versuchte die israelische Regierung, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erlangen, damit Israelis ihre Verwandten und Bekannten, die dort unterwegs sind, möglichst rasch von der drohenden Gefahr unterrichten.

2004 hatten Selbstmordattentäter Anschläge auf ein Hotel und mehrere Campingplätze auf der Halbinsel verübt, von denen man wusste, dass sich dort viele Israelis aufhielten. Dutzende Menschen wurden damals getötet und Hunderte verletzt. Die israelischen Streitkräfte hatten die Halbinsel im Sechs-Tage-Krieg von 1967 erobert. Im Friedensvertrag von 1982 gab Israel das Gebiet an Ägypten zurück.

(dapd)

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