Israelis töten sechs Palästinenser
Aktualisiert

Israelis töten sechs Palästinenser

Bei einem israelischen Militäreinsatz in Nablus im nördlichen Westjordanland sind am Donnerstag mindestens sechs Palästinenser getötet worden.

Nach Angaben beider Seiten kam es im Verlauf des Tages zu schweren Zusammenstössen zwischen Soldaten und Einwohnern des Balata-Lagers.

Ein palästinensisches Spital teilte mit, zwei junge Männer seien erschossen worden, nachdem sie Soldaten mit Steinen beworfen hatten. Nach Angaben der Armee wurde ein dritter, bewaffneter Mann bei einem weiteren Zwischenfall getötet. Zahlreiche Palästinenser hätten die Truppen mit Brandflaschen und Sprengsätzen beworfen.

Bei den heftigen Zusammenstössen gab es Verletzte auf beiden Seiten. Auch palästinensische Sanitäter erlitten den Angaben zufolge Schussverletzungen beim Versuch, Verletzte zu bergen.

Am Nachmittag erschossen Soldaten bei einem weiteren Zwischenfall in der Stadt drei Palästinenser, die sich in einem Gebäude verschanzt hatten, um einer Festnahme zu entgehen. Eine Armeesprecherin sagte, die drei Männer hätten aus dem Gebäude auf die Soldaten geschossen und zwei von ihnen verletzt.

Seit Beginn einer grösseren Militäroperation zu Wochenbeginn in Nablus sind insgesamt neun Palästinenser getötet worden.

Hamas Anfang März nach Moskau

Die radikal-islamische Hamas-Bewegung kündigte unterdessen die Reise einer Delegation nach Russland am 3. März an. Hamas-Sprecher Salah el Bardaweil teilte mit, der Besuch ziele darauf ab, «die politische und wirtschaftliche Belagerung des palästinensischen Volkes zu beenden».

An der Spitze der Delegation sollten der im Exil lebende Hamas- Führer Chaled Maschaal sowie dessen Stellvertreter Mussa Abu Masuk stehen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Maschaal vor zwei Wochen zu Gesprächen nach Moskau eingeladen und dabei in Israel und den USA Empörung hervorgerufen.

Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat rief am Donnerstag die internationale Gemeinschaft dazu auf, Druck auf Israel auszuüben und eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen die Palästinenser zu fordern.

Erekat sagte dem palästinensischen Radio, Israel habe kein Recht, Steuereinnahmen zurückzuhalten. Die israelische Regierung hatte am Sonntag beschlossen, wegen der bevorstehenden Regierungsbeteiligung von Hamas Steuereinnahmen in Höhe von monatlich etwa 50 Millionen Dollar nicht mehr auszuzahlen. (sda)

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