06.02.2019 06:37

Vegane Fastenzeit

Isst der Papst vegan, bekommt er 1 Million

Eine internationale Kampagne bietet Papst Franziskus eine Million Dollar, sollte er sich wahrend der Fastenzeit rein pflanzlich ernahren.

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In einem persönlichen Brief an Papst Franziskus ruft die kalifornische Tier- und Umweltaktivistin Genesis Butler (12) den Pontifex dazu auf, sich während der 40-tägigen Fastenzeit vegan zu ernähren.

In einem persönlichen Brief an Papst Franziskus ruft die kalifornische Tier- und Umweltaktivistin Genesis Butler (12) den Pontifex dazu auf, sich während der 40-tägigen Fastenzeit vegan zu ernähren.

Screenshot Million Dollar Vegan
Butlers offener Brief ist Teil der internationalen Kampagne Million Dollar Vegan, die dem Papst eine Million Dollar zahlt, wenn er als Zeichen gegen den Klimawandel während der Fastenzeit komplett auf Tierprodukte verzichtet.

Butlers offener Brief ist Teil der internationalen Kampagne Million Dollar Vegan, die dem Papst eine Million Dollar zahlt, wenn er als Zeichen gegen den Klimawandel während der Fastenzeit komplett auf Tierprodukte verzichtet.

AP/Gregorio Borgia
Genesis Butler wurde im Alter von sechs Jahren vegan und überzeugte ihre ganze Familie, sich ihr anzuschliessen. Sie nahm an Hunderten Demonstrationen und Aktionen gegen Tierquälerei teil.

Genesis Butler wurde im Alter von sechs Jahren vegan und überzeugte ihre ganze Familie, sich ihr anzuschliessen. Sie nahm an Hunderten Demonstrationen und Aktionen gegen Tierquälerei teil.

Million Dollar Vegan

Weder Fleisch noch Käse für den Papst – das wünscht sich die 12-jährige Genesis Butler. Die Tier- und Umweltaktivistin ruft Papst Franziskus dazu auf, sich während der am 6. März beginnenden 40-tägigen Fastenzeit vegan zu ernähren. In einem persönlichen Brief an den Pontifex erklärt Butler, wie der Konsum tierischer Produkte zum Leiden von Nutztieren beitrage und den Klimawandel beschleunige, was den Welthunger und das Artensterben antreibe.

«Wenn wir Ernten an Tiere verfuttern, die von Menschen verzehrt werden konnten, ist das hochgradig verschwenderisch. Angesichts einer stark wachsenden Weltbevolkerung konnen wir es uns nicht erlauben, verschwenderisch zu sein», schreibt die junge Amerikanerin.

Eine Kampagne zum Aufrütteln

Butlers offener Brief ist Teil der internationalen Kampagne Million Dollar Vegan, die dem Papst eine Million Dollar zahlt, wenn er als Zeichen gegen den Klimawandel während der Fastenzeit komplett auf Tierprodukte verzichtet. Willigt Franziskus ein, wird die Stiftung Blue Horizon International einer oder mehreren Wohltatigkeitsorganisationen, die der Papst selbst auswahlen kann, eine Million Dollar spenden.

Die Kampagne, die heute zeitgleich in 15 Landern auf funf Kontinenten beginnt, mochte die Aufmerksamkeit auf die verheerenden Auswirkungen der industriellen Tierhaltung lenken. «Wir starten diese absichtlich gewagte, ja freche Kampagne, um die fuhrenden Personlichkeiten dieser Welt aus ihrer Gleichgultigkeit aufzurutteln. Sie haben die Beweise fur den Schaden, der den Menschen und dem Planeten durch die industrielle Tierhaltung zugefugt wird, zu lange ignoriert», sagt der Leiter von Million Dollar Vegan, Matthew Glover.

Vegane Vorschläge für Franziskus

Jede Person, die sich wahrend der 40-tagigen Fastenzeit vegan ernahrt, spart Emissionen ein, die in ihrer Grossenordnung einem Flug von London nach Berlin entsprechen. Wurde weltweit jeder Mensch mitmachen, entsprache das den jahrlichen CO2-Emissionen ganz Deutschlands.

20 Minuten hilft Papst Franziskus, die Million Dollar zu ergattern. Hier zeigen wir vegane Varianten von fünf seiner Lieblingsspeisen:

Die normalerweise mit Hackfleisch, Oliven und Rosinen gefüllten Teigtaschen lassen sich gut vegan zubereiten. Statt Fleisch können die Teigtaschen mit einer Gemüsemischung gefüllt werden. Wichtig ist allerdings, dass auch der Teig vegan ist, denn in Argentinien, der Heimat von Papst Franziskus, werden die Teigtaschen mit Schweineschmalz zubereitet. Dieser lässt sich einfach durch ein nicht tierisches Öl ersetzen.

Die Familie von Jorge Mario Bergoglio – so der bürgerliche Name von Papst Franziskus – stammt aus der italienischen Region Piemont. Seine Grosseltern Giovanni und Rosa haben ihm als Kind beigebracht, die bekannte Regionalspeise Bagna Cauda zu kochen. Bei dem fondueartigen Gericht wird rohes Gemüse in eine warme Sauce aus Rahm, Sardellen und Knoblauch gedippt.

Als Ersatz für den Rahm darf Franziskus Sojacreme verwenden, die Sardellen könnte er durch eine würzige Olivenpaste ersetzen.

Vegane Tintenfischringe werden oft aus bakteriell erzeugten Stoffen wie Curdlan hergestellt. Curdlan ist ein Zusatzstoff, der beim Kochen eine gummiartige Konsistenz bekommt. Doch bei diesem Gericht sollte Papst Franziskus etwas vorsichtig sein: Curdlan ist ein Mehrfachzucker, der fünfmal so viel Kalorien wie echter Tintenfisch hat. Zudem gelten die künstlichen Tintenfischringe als unverdaulich und können zu schweren Blähungen, Durchfall oder Darmträgheit führen.

Auch wer wie Papst Franziskus ab und zu gern ein saftiges Stück Fleisch mag, kommt mit veganen Produkten auf seine Kosten. Auf Basis von Soja, Tofu, Tempeh und Seitan gibt es heutzutage in fast allen Supermärkten eine Auswahl an Produkten, die dem Geschmack und der Konsistenz von Fleisch sehr ähnlich sind. In diesem Sinn: Grill anfeuern!

Der Papst liebt den karamellartigen Brotaufstrich Dulce de Leche über alles – so sehr, dass sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Pontifex die Süssigkeit aus seiner Heimat Argentinien überreichte, als sie ihn im Juni 2017 im Vatikan besuchte. Der dickflüssige Brei besteht aus Zucker und Milch. In der veganen Form lässt sich Dulce de Leche auch mit Mandelmilch kochen.

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