Food-Shaming clever kontern – Die 5 besten Tipps

Food-Shaming kommt häufig innerhalb der Familie und damit auch an den Feiertagen vor. Diese Tipps helfen. 

Food-Shaming kommt häufig innerhalb der Familie und damit auch an den Feiertagen vor. Diese Tipps helfen. 

Getty Images/iStockphoto
Publiziert

Familienfeier«Isst du das alles?» – 5 Tipps, wie du auf Food-Shaming reagierst

Wie du verletzenden Kommentaren über deine Ernährungsweise oder deinen Körper begegnest und so Food-Shaming an den Feiertagen keine Chance gibst.  

von
Luise Faupel

«Du isst ja viel zu wenig! Wie ein Spatz!» oder «Die vegane Ernährung ist total ungesund, wieso tust du deinem Körper das an?» oder auch «Was, das alles willst du essen?» – diese vorschnellen Urteile über Essgewohnheiten finden ihren Ursprung in unserer Ernährungskultur. Und sie können wehtun. Wirst du absichtlich oder unabsichtlich für deine Ernährungsweise beurteilt oder gar kritisiert, ist das ein Fall von Food-Shaming. Das kann Verlegenheit, Stress oder andere negative Gefühle bei dir auslösen. Im schlimmsten Fall können Food- und Body-Shaming sogar Essstörungen verursachen.

Oft kommt es zu diesen Urteilen auf Festen, wenn unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen und sich durch Kommentare voneinander abgrenzen. Typisch sind sie deshalb auch für die Weihnachtsfeiertage mit der Familie.

Mit wenigen Tipps kannst du dich erfolgreich gegen Food-Shaming wehren.

Mit wenigen Tipps kannst du dich erfolgreich gegen Food-Shaming wehren.

Pexels / Lisa Fotios

Wenn du bereits weisst, dass dich am Familientisch Kommentare über dein Aussehen und deine Essenswahl erwarten, kannst du dich mit diesen Tipps innerlich darauf vorbereiten. Zudem helfen sie auch dir selber, unbewusstes Food-Shaming im Alltag zu vermeiden.

1. Nutze Affirmationen

Affirmationen sind kleine Glaubenssätze, die kontinuierlich wiederholt werden können, damit dein Gehirn sie an einem sehr prominenten Platz abspeichert. Regelmässiges Aufsagen sorgt dafür, dass die Affirmation realer für dich wird – probiers mal vor dem Familienessen aus.

3 Affirmationen gegen Food-Shaming

2. Direkter Konter 

Egal, ob es die wohlmeinende Schwiegermutter oder das Grosi ist, die dein Gewicht oder deinen zweiten Nachschlag kommentiert: Wenn dich ein Kommentar stört, sprich es an: «Dein Kommentar verletzt mich und ich bitte dich, damit aufzuhören», «Ich möchte lieber nicht über meinen Körper sprechen» oder «Ich fühle mich bei dem Thema unwohl und würde gerne über etwas anderes reden» sind freundliche und bestimmte Beispielsätze.

Die Schwiegermutter hört nicht auf, deine Essgewohnheiten zu kommentieren? Sprichs an.

Die Schwiegermutter hört nicht auf, deine Essgewohnheiten zu kommentieren? Sprichs an.

Getty Images/Maskot

Auch kannst du zwar Einsicht zeigen, aber trotzdem bestimmt bleiben: «Ich bin mir sicher, du machst dir nur Sorgen, aber mein Körper und meine Ernährung gehen dich nichts an.»

Hast du schon mal Food-Shaming erlebt?

3. Erkläre dich

Was du isst, ist deine Entscheidung, nicht die von jemand anderem. Eine klare selbstbewusste Verteidigung deiner eigenen Werte und Haltung kann helfen, unangebrachte Kommentare zu stoppen. Du kannst etwa von deinen Überzeugungen sprechen, weshalb du deine Art der Ernährung wählst.

Wenn du auf den Braten verzichtest, aber die köstlichen vegetarischen Beilagen wählst, sollte dies kein Anlass für Kritik sein. 

Wenn du auf den Braten verzichtest, aber die köstlichen vegetarischen Beilagen wählst, sollte dies kein Anlass für Kritik sein. 

Pexels / Cottonbro Studio

Ist der Koch oder die Köchin verärgert, weil du eine Speise oder Beilage aufgrund deiner Ernährungsweise ablehnst, erkläre freundlich ohne Wertung: «Das sieht sehr gut aus, ich jedoch ernähre mich vegetarisch und nehme deshalb gerne nur die Beilagen.» Wird deine Portionsgrösse überwacht und kommentiert, reagiere zum Beispiel mit «Ich habe (keinen) Hunger/Appetit» und fahre einfach fort. 

4. Wechsle das Thema

Manchmal hat man aber auch gar keine Lust, sich überhaupt erklären zu müssen und dadurch eine Diskussion oder gar einen Streit am Tisch zu verursachen. Hier kann es helfen, freundlich das Thema zu wechseln. 

Wechselst du abrupt das Thema, zeigst du damit charmant und dennoch selbstbewusst, dass jetzt ein anderes Thema zu herrschen hat.

Wechselst du abrupt das Thema, zeigst du damit charmant und dennoch selbstbewusst, dass jetzt ein anderes Thema zu herrschen hat.

Pexels / Cottonbro

Du entscheidest, in welche Richtung die Unterhaltung geht, und kannst innerlich Grenzen setzen. Bei einem negativen Kommentar über dich, deine Essenswahl oder deinen Lebensstil fragst du einfach: «Habt ihr eigentlich die neue Netflix-Doku über XY schon gesehen?» und vermittelst damit indirekt, dass du über etwas anderes sprechen willst.

5. Verbreite Positivität

Denk an das Sprichwort «Kill them with kindness». Indem du Positivität am Esstisch verbreitest, machst du auch dich selbst weniger angreifbar für negative und urteilende Kommentare.

Positivität zu versprühen, wirkt selbstbewusst und kann damit dein Schutzschild sein.

Positivität zu versprühen, wirkt selbstbewusst und kann damit dein Schutzschild sein.

Getty Images

Lobe Köchin oder Koch für das Gericht oder stimme deiner kleinen Schwester beim Schöpfen von Kartoffelstock zu, wie köstlich dieses sei, statt über ihren Nachschlag zu urteilen. Erinnere deine Mitmenschen am Tisch zudem an die schönen Dinge und stehe auch für andere ein, wenn diese mit Food-Shaming konfrontiert werden. Beispiel: «Wir sind so selten zusammen, lasst uns über Positives reden!» Auch kann es helfen, dir bereits vorm Event Verbündete zu suchen, die dir helfen, eine positive Gesprächsrunde zu kreieren. 

Hast du weitere Ideen, wie man mit Food-Shaming umgehen kann? Teile deine Tipps mit der Community!

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Essstörung?

Hier findest du Hilfe:

Fachstelle PEP, Beratung für Betroffene und Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Deine Meinung

18 Kommentare