Aktualisiert 17.03.2009 16:02

Fussballer lieben Dreckschleudern

Ist bei den Fussballern nur der Rasen grün?

Zum Klischeefussballer gehört mindestens eine schöne Frau und mindestens ein schnelles Auto. Doch schnelle Autos sind Dreckschleudern. Ist unseren Fussballern die Natur egal?

von
Patrick Toggweiler

«Fussballer lieben schöne Autos – das ist ihr gutes Recht», das sagt ein Fussballstar, der selber einen Mini Cooper S fährt. Nicht gerade das Paradebeispiel einer «Katzenfalle». Aber eben auch keine Dreckschleuder: 149 Gramm CO2 produziert der Mini Cooper S pro gefahrenen Kilometer. Zum Vergleich: Marco Strellers Cayenne belastet die Umwelt mit 329 g/km.

Abwehrrecke Stahel ist sich der Umweltproblematik bewusst: «Natürlich schaut man zuhause: Zum Beispiel beim Strom. Ob der Fernseher abgeschaltet ist oder noch auf Standby.» Unter Fussballern ist das Thema Umweltschutz allerdings inexistent, bestätigt Stahel: «Es gibt junge Spieler, die reisen mit dem Zug an. Vermutlich aber nur, weil sie den Brief noch nicht haben.» Einer der ebenfalls mit Zug und Tram einfährt ist Stahels Chef in der Abwehr, Hannu Tihinen. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» lässt sich der Finne zitieren, er wolle wissen, wo er lebe. In einem Auto habe er keinen Kontakt zu den Leuten.

Solch weise Worte sind aber die Ausnahme. Der Klischeefussballer fährt mit Vorliebe benzinangetrieben und stark motorisiert. Beispiele dafür gibt es genug: Streller (Cayenne), Ronaldo (unter anderem Ferrari), Gerrard (Bentley) oder Padalino (Audi R8 V8-FSI) – die Liste kann beinahe beliebig erweitert werden.

Wenig Freude an den Liebschaften der Fussballstars hat der grüne Nationalrat Bastien Girod. «Die Vorbildfunktion der Natistars würde bei der Sensibilisierung in der Gesellschaft helfen», meint der Vorreiter der Offroad-Initiative. «Und ausserdem hätte es keinen Einfluss auf die Leistung auf dem Rasen, wenn sie in einem Prius vorfahren würden.»

Für Florian Stahel wird ein grösseres Auto erst ein Thema, wenn es an die Familienplanung geht. Vorher freut er sich erstmal auf seinen neuen Mini John Cooper Works – mit 200 PS. Und so geht es den Fussballgöttern, wie wohl vielen Normalsterblichen beim Thema Umweltschutz: In der Theorie gut, praktisch schlecht. So übrigens auch dem Redaktor, der mit diesem Artikel beauftragt wurde. Soeben hat er sich ein altes, schweres Motorrad ohne Katalysator zugelegt: Eine Dreckschleuder par excellence.

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