Durchbruch: Ist das die Entdeckung, die uns Corona-Medikamente beschert?
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DurchbruchIst das die Entdeckung, die uns Corona-Medikamente beschert?

Um Sars-CoV-2 in den Griff zu bekommen, braucht es neben Impfstoffen auch Medikamente. Bioinformatiker und Bioinformatikerinnen haben nun eine Schwachstelle des Virus entdeckt, die für die Wirkstoffentwicklung genutzt werden könnte.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Seit gut einem Jahr hat die Welt Kenntnis vom Coronavirus Sars-CoV-2. (Im Bild: ein geschlossener Markt in Wuhan, wo die Pandemie nach bisherigem Kenntnisstand ihren Anfang nahm.)

Seit gut einem Jahr hat die Welt Kenntnis vom Coronavirus Sars-CoV-2. (Im Bild: ein geschlossener Markt in Wuhan, wo die Pandemie nach bisherigem Kenntnisstand ihren Anfang nahm.)

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Mittlerweile wird in Teilen der Welt gegen den Erreger geimpft. An Medikamenten, mit denen Covid-19-Patienten behandelt werden können, mangelt es jedoch noch immer.

Mittlerweile wird in Teilen der Welt gegen den Erreger geimpft. An Medikamenten, mit denen Covid-19-Patienten behandelt werden können, mangelt es jedoch noch immer.

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Weder das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelte Remdesivir …

Weder das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelte Remdesivir …

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Darum gehts

  • Im Kampf gegen das Coronavirus braucht es neben Impfstoffen auch Medikamente.

  • An wirklich überzeugenden Präparaten mangelt es derzeit aber noch.

  • Ändern könnte das aber eine Entdeckung von deutschen Forschenden.

  • Sie haben eine Schwachstelle von Sars-CoV-2 entdeckt, die für die Entwicklung von Medikamenten genutzt werden könnte.

  • Auch könnten bereits existierende Arzneimittel umgewidmet werden.

Schon früh in der Pandemie wurde getestet, ob bereits existierende Medikamente gegen andere Krankheiten nicht auch gegen Covid-19 helfen könnten: Remdesivir etwa, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, oder Hydroxychloroquin, das gegen Malaria wirkt. Auch der Entzündungshemmer Dexamethason, eines der Präparate, das der ehemalige US-Präsident Donald Trump während seiner Covid-19-Erkrankung bekam, zählt dazu.

Den richtig grossen Erfolg brachte jedoch noch keine dieser Therapien. Die Suche nach einem wirksamen antiviralen Mittel, mit dem sich die von Sars-CoV-2 ausgelöste Erkrankung behandeln lässt, hält entsprechend an. Eine Entdeckung von Bioinformatikerinnen und Bioinformatikern der Eberhard Karls Universität Tübingen könnte diese in Zukunft einfacher werden lassen und auch bei der Schaffung neuer Präparate helfen.

Virus an der Vermehrung hindern

Wie das Team um Andreas Dräger, der auch für das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) tätig ist, im Fachjournal «Bioinformatics» schreibt, ist es ihnen gelungen, mittels eines Computermodells eine Schwachstelle des Virus auszumachen, an der ein Medikament gegen Covid-19 ansetzen könnte: das Enzym Guanylatkinase 1 (GK1). Es «spielt eine wichtige Rolle im Metabolismus der Bausteine von Ribonukleinsäuren (RNA) und ist damit auch massgeblich am Aufbau viraler RNA, wie der von SARS-CoV-2 beteiligt», heisst es in einer Mitteilung des DZIF.

Oder anders ausgedrückt: Das Virus braucht das Enzym, um sich vermehren zu können. Schaltet man GK1 aber aus, wird die Reproduktion von Sars-CoV-2 unterbunden. Die menschliche Wirtszelle wird dadurch nicht beeinträchtigt, so Dräger: «Während die Virusvermehrung ohne GK1 nicht mehr stattfindet, kann die menschliche Zelle auf andere biochemische Stoffwechselwege ausweichen.» Das sei eine wichtige Voraussetzung, wenn man das Enzym mit einem Wirkstoff hemmen wollte, ohne nachteilige Nebenwirkungen beim Menschen auszulösen.

Hilft Heilpflanze gegen das Virus?

Auch eine alte Heilpflanze, die bei Hautproblemen oder Entzündungen im Mund helfen soll, zeigt Wirkung gegen das Coronavirus – zumindest im Labor. Das berichten Forschende vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig über Cistus. Im Auftrag des Naturprodukteherstellers Dr. Pandalis ein Zistrosenextrakt untersucht. Dabei wurden, wie das IZI mitteilt, Zellkulturen mit Sars-CoV-2 infiziert und dessen Vermehrung beobachtet. Ergebnis: Die Zellkulturen, denen das zu untersuchende Extrakt beigemischt wurde, zeigten im Vergleich eine geringere Virusvermehrung. Was diese Beobachtung für den Kampf gegen Sars-CoV-2 bedeutet, ist derzeit noch unklar: «Es ist ausdrücklich zu betonen, dass diese Ergebnisse keinerlei Aussage über eine medizinische oder prophylaktische Wirksamkeit bei der Anwendung am Menschen zulassen», so das IZI. Dazu wären weitere wissenschaftliche Untersuchungen und klinische Studien notwendig.

Weitere hoffnungsvolle Nachrichten

Die Erkenntnisse werden als Durchbruch gewertet: So sind bereits einige Stoffe bekannt, die das Enzym hemmen. Einige davon sind sogar schon zugelassen. Welche davon im Kampf gegen das Coronavirus helfen könnten, sollen nun Experten vom Fraunhofer IME ScreeningPort in Hamburg prüfen. Sie haben Einblick in eine Bibliothek aus rund 5600 Wirkstoffen, die bereits für einen anderen Zweck zugelassen sind. Werden sie dort fündig und bestätigt sich die Wirksamkeit gegen Sars-CoV-2 auch in Tieren und Menschen, könnte nach Meinung der Tübinger ein auf Corona umgewidmetes Medikament Ende 2021 zugelassen werden.

Ein weiterer positiver Aspekt: Der Ansatz dürfte auch bei sämtlichen Mutationen des Virus funktionieren, wohl auch gegen die als bedenklich eingeschätzten Varianten aus Grossbritannien, Südafrika und Brasilien.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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