Aktualisiert 18.04.2014 23:03

Edles DingIst das HTC One M8 das beste Android-Handy?

Das neue Flaggschiff von HTC soll die Konkurrenz das Fürchten lehren: Ihm eilt der Ruf des besten Android-Smartphones der Welt voraus – trotzdem hat das edle Handy einige Makel.

von
tob

Das HTC One ist letztes Jahr von den 20-Minuten-Lesern zum schönsten Smartphone der Schweiz gekürt worden. Nun tritt Modell One M8 des taiwanesischen Herstellers die Nachfolge an. Die Erwartungen sind entsprechend hoch: Die amerikanische Website BGR betitelte das Gerät bereits als «bestes Android-Smartphone, das die Welt je gesehen hat». «The Guardian» schrieb von einem «blitzschnellen Fünf-Sterne-Gerät» und auch andere überschütten das Handy aus Taiwan mit viel Lob. Der Vorgänger konnte sich trotzdem nicht gegen die günstigeren Plastik-Geräte von Konkurrent Samsung durchsetzen. Das soll sich nun ändern.

20 Minuten hat das neue HTC-Flaggschiff einem ausführlichen Test unterzogen. Vorneweg: Das M8 ist ein Oberklassen-Handy und vermag vor allem mit der edlen Optik und einem schnellen Prozessor punkten. Im gebürsteten Aluminiumgehäuse gibt ein Snapdragon-Prozessor mit Vierfachkern den Takt an. Optisch hebt sich das Gerät kaum vom Vorgänger ab. Neu sind allerdings auch die seitlichen Kanten aus Metall darunter leidet zwar die Griffigkeit, dafür fühlt sich das M8 nun noch etwas hochwertiger an.

Mit dem M8 hat HTC auch seine neue Oberfläche Sense vorgestellt. Besonders intuitiv ist die Gestensteuerung: Mit einem Klopfen lässt sich das Gerät aus dem Ruhezustand aufwecken. Streicht man nach links, landet man direkt im Blinkfeed, wo neue Tweets oder News angezeigt werden. Reagiert hat HTC mit dem M8 auch auf Kritik: Immer wieder wurde bemängelt, dass der Vorgänger zu wenig Speicherplatz habe. Mit einem seitlichen MicroSD-Slot kann das Gerät nun mit bis zu 128 GB erweitert werden.

Kristallklarer Klang

Überzeugen konnte in unserem Test die sogenannte Boomsound-Technologie: So sind im M8 oberhalb und unterhalb des Displays zwei hochwertige Lautsprecher verbaut. Im Gegensatz zum Vorgänger sind diese rund ein Fünftel grösser. Zudem sollen Verstärker und Hohlkammern hinter den winzigen Löchern das Audio-Erlebnis verbessern. Das gelingt. Wenn man bedenkt, dass es sich dabei um Lautsprecher in einem 160 Gramm schweren Smartphone handelt, ist der Sound sehr angenehm und klar. Selbst bei längeren Videos hat man nicht das Gefühl, dass der Klang matschig wird.

Neben der oberen Lautsprecheröffnung auf der Vorderseite ist auch die Frontkamera verbaut. Diese bietet vor allem Vorteile für Selfie-Enthusiasten, denn die Kamera verfügt über ein Weitwinkel-Objektiv. Clever gelöst ist dies auch softwareseitig: So muss man nicht am Display rumfummeln und damit Gefahr laufen, dass das Bild verwackelt wird. Um Selbstporträts zu schiessen, gibt es einen Countdown, der garantieren soll, dass die Bilder scharf werden.

Wenig Interesse scheint HTC am weitverbreiteten Megapixel-Wettbewerb zu haben. Während andere Hersteller Kameras mit schier unglaublichen Zahlen herausbringen (zum Beispiel das Nokia Lumia 1020 mit 41 Megapixeln), kommt die rückseitige Kamera im M8 mit nur vier Megapixel aus. Ultrapixel nennt HTC seine Technik: Die Sensoren im Fotochip sind im Vergleich zu anderen Smartphones grösser und sollen somit bessere Fotos machen.

Abstriche bei der Kamera

Das Ergebnis des Tests ist teilweise ernüchternd: Die Farben der Bilder sind teilweise fahl und die Kamerasoftware hat bei extremen Bedingungen (viel zu hell oder viel zu dunkel) Mühe, die richtige Einstellung zu finden. Das kann so zu einem übermässigen Rauschen der Bilder führen. Bei normalen Bedingungen liefert die Kamera allerdings sehr gute Resultate.

Wer gerne seine Bilder direkt am Handy bearbeitet, dürfte am eingebauten Knipser seine Freude haben. Denn verbaut ist eine sogenannte Duo-Camera. Neben der normalen Kameralinse steht ein zweites Objektiv zur Verfügung, das als Tiefensensor dient. Damit kann nachträglich die Schärfe auf einen bestimmten Punkt im Bild gelegt werden. Zur Auswahl steht auch die Funktion Dimension Plus, die das Foto in eine Art 3-D-Bild verwandelt.

Der Akku konnte in unserem Test einen Tag locker überstehen. Ist gerade keine Steckdose in Sicht, an der das Gerät aufgeladen werden könnte, hilft der Extrem-Energiesparmodus. Ist dieser aktiviert, werden alle unnötigen Dienst abgeschaltet und der Bildschirm wird dunkler. Mit dieser Massnahme kann man auch noch ein paar Stunden Betriebszeit mit nur fünf Prozent Ladung überstehen – allerdings nur mit den Grundfunktionen wie Telefon und SMS.

Hülle für Nostalgiker

Besonders schick ist die löchrige Hülle, die HTC als Accessoire anbietet. Sie ist etwas für Nostalgiker, da die Anzeige von Uhrzeit, Temperatur und Wetter an alte 8-Bit-Grafiken erinnert. Verstaut man das verhüllte Gerät im Hosensack, wird aber schnell klar, dass die Löcher regelrechte Staubmagneten sind.

Geliefert wird das neue Flaggschiff von HTC in den Farben Gunmetal Grey, Glacial Silver und Amber Gold. Mit einem Preis von 799 Franken ist das neue HTC-Flaggschiff nichts für dünne Portemonnaies. Um Schritt zu halten mit der Konkurrenz, könnte das M8 darum bald auch in einer Plastikversion auf den Markt kommen. Dieses soll Berichten zufolge bis zu 40 Prozent günstiger sein.

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