Szene doppelt verwendet – Ist das Video mit dem russischen Verteidigungsminister Schoigu manipuliert?

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Szene doppelt verwendetIst das Video mit dem russischen Verteidigungsminister Schoigu manipuliert?

Russland hat ein Video mit dem seit Wochen vermissten Sergej Schoigu veröffentlicht. Ein Professor für Computerwissenschaft und Medien zweifelt jedoch an der Echtheit.

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Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu (Mitte) wurde seit dem 11. März nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu (Mitte) wurde seit dem 11. März nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

VIA REUTERS
Die Welt mutmasste, was mit dem 66-Jährigen los sei.

Die Welt mutmasste, was mit dem 66-Jährigen los sei.

AFP
Am Samstag tauchen Meldungen auf, wonach Schoigu einen Herzinfarkt erlitten hat, nachdem es zwischen ihm und Staatschef Wladimir Putin zu einem Streit gekommen sei.

Am Samstag tauchen Meldungen auf, wonach Schoigu einen Herzinfarkt erlitten hat, nachdem es zwischen ihm und Staatschef Wladimir Putin zu einem Streit gekommen sei.

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Darum gehts

  • Der russische General Sergej Schoigu (66) wurde seit zwei Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

  • Die russische Seite hat Bilder und ein Video veröffentlicht, welche Schogiu wohlauf zeigen sollen.

  • Ein Professor ist aber skeptisch.

Wo ist Sergej Schoigu? Seit Wochen wird über den Verbleib des russischen Verteidigungsministers gerätselt. Gerüchte wurden laut, dass Wladimir Putin den Kreml-intern in die Kritik geratenen Schoigu habe verschwinden lassen. Dann vermeldete Anton Gerashchenko, Mitarbeiter des ukrainischen Innenministeriums, der 66-Jährige habe bei einem Streit mit Putin einen Herzinfarkt erlitten, als dieser ihn für die stockende Operation in der Ukraine verantwortlich gemacht habe.

Am Samstag, 26. März dann tauchten Aufnahmen auf, die Schoigu bei einer Sitzung vom Vortag zeigen sollen. Russische Medien hätten diese geteilt, sie tauchten auch auf Twitter auf. Doch Florian Gallwitz ist skeptisch. Wie die «Bild»-Zeitung (Bezahlartikel) berichtet, wirft der Professor für Computerwissenschaft und Medien an der Technischen Hochschule Nürnberg den russischen Behörden Manipulation vor. Unter anderem verweist Gallwitz auf eine Szene, die doppelt auftauche. Es sei ein Ausschnitt verwendet worden, in dem die Militärs «am optimistischsten dreinblicken».

Gallwitz, der sich auf digitale Manipulation spezialisiert hat, meint via Twitter: «Ich werde das Gefühl nicht los, dass auch die technischen Fähigkeiten der russischen Propaganda gelegentlich überschätzt wurden.» Zudem könnten Spiegelungen, in denen Schoigu nicht zu sehen ist, für eine mögliche Manipulation sprechen, wie «Bild» weiter schreibt.

Das komplette Video, das Gallwitz für manipuliert hält. 

(dmo)

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