Keine Rettungsgasse auf A14: «Ist denen die Gefahr überhaupt bewusst?»
Aktualisiert

Keine Rettungsgasse auf A14«Ist denen die Gefahr überhaupt bewusst?»

Trotz Aufruf im Radio bildeten Autofahrer bei einem Stau zwischen Luzern und Zug keine Rettungsgasse. Polizei, Rettungsdienst und ein Leser-Reporter ärgern sich.

von
gwa
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So sieht es aus, wenn Verkehrsteilnehmer beispielsweise nach einem Unfall eine Rettungsgasse bilden. Dies ermöglicht Rettungskräften einen einfachen Zugang zur Unfallstelle.

So sieht es aus, wenn Verkehrsteilnehmer beispielsweise nach einem Unfall eine Rettungsgasse bilden. Dies ermöglicht Rettungskräften einen einfachen Zugang zur Unfallstelle.

Symbolbild/Keystone
Trotz mehrmaligem Aufruf via Radio haben sich laut einem Leser-Reporter viele Verkehrsteilnehmer im Stau, der sich am Montagmorgen auf der Autobahn nach einem Unfall zwischen Luzern und Zug gebildet hat, nicht daran gehalten. Zudem seien Autos auf den Pannenstreifen ausgewichen, um zur nächsten Ausfahrt zu gelangen.

Trotz mehrmaligem Aufruf via Radio haben sich laut einem Leser-Reporter viele Verkehrsteilnehmer im Stau, der sich am Montagmorgen auf der Autobahn nach einem Unfall zwischen Luzern und Zug gebildet hat, nicht daran gehalten. Zudem seien Autos auf den Pannenstreifen ausgewichen, um zur nächsten Ausfahrt zu gelangen.

Leser-Reporter
28000 Franken Sachschaden entstanden beim Unfall am Montagmorgen.

28000 Franken Sachschaden entstanden beim Unfall am Montagmorgen.

Luzerner Polizei

«Ich finde es inakzeptabel, wie sich einige Verkehrsteilnehmer benehmen», ärgert sich ein Leser-Reporter. Er war einer der Autofahrer, die am Montagmorgen auf der A14 im Stau steckten, da es zur Rush Hour zu einem Verkehrsunfall gekommen war. «Trotz mehrmaligem Radioaufruf, Rettungsgassen zu bilden, blockieren einige Autofahrer bewusst die Zufahrt für Rettungsautos!», schreibt er weiter.

Unterschiedlich erlebt der Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspitals die Disziplin im Strassenverkehr: «Die Verkehrsteilnehmer reagieren unterschiedlich auf unerwartete akustische und optische Signale», sagt Manuel Wanzenried, Leiter Rettungsdienst. Ein grosses Verkehrsaufkommen könne die Zufahrt zur Unfallstelle erschweren, indem dichtes Auffahren die Bildung einer Rettungsgasse behindere. Wanzenried: «Wir erleben häufig, dass es zu Zeitverzögerungen kommt, wenn keine Rettungsgasse gebildet wurde.» Darum würden Fahrer von Rettungswagen Geduld und Verständnis für die Automobilisten benötigen. Wanzenried zieht trotz Hindernissen ein positives Fazit: «Bis heute wissen wir von keiner Situation, wo wir den Unfallplatz nicht erreichen konnten.»

«Die Situation hat sich deutlich gebessert

«Die Luzerner Polizei hat dazu seit Jahren eine klare Haltung und befürwortet die Rettungsgasse. Sie schafft Klarheit und ermöglicht eine raschere Interventionszeit für die Hilfe vor Ort», sagt Franz-Xaver Zemp, Leiter der Fachstelle Verkehr. «Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass nach der Bildung einer Rettungsgasse der Platz in der Kolonne beibehalten wird und die Lücke erst wieder geschlossen werden darf, wenn der Verkehr wieder in Bewegung kommt.»

Seit bei den Verkehrsdurchsagen von Via Suisse auf die Bildung der Rettungsgasse hingewiesen wird, habe sich die Situation aber deutlich verbessert.» Dies sei bei vielen Verkehrsteilnehmern gut angekommen, leider aber noch nicht bei allen. «Da besteht weiterhin Aufklärungsbedarf – im eigenen Interesse der Beteiligten», sagt Zemp.

So wird eine Rettungsgasse gebildet

Video: Tamedia/Kantonspolizei Bern

So wird eine Rettungsgasse gebildet. (Video: Tamedia/Kantonspolizei Bern)

Autofahrer weichen auf Pannenstreifen aus

Während der Leser-Reporter im stockenden Verkehr auf der Normalspur fuhr, wurde er zudem rechts von einem Auto überholt, das mit hoher Geschwindigkeit auf dem Pannenstreifen unterwegs war. «Ist diesen Leuten die Gefahr dahinter überhaupt bewusst?», fragt der Leser-Reporter. «Das Befahren des Standstreifens ist ohne anderslautende Signalisation verboten und nur für Nothalte gedacht», sagt Zemp dazu.

Fahren auf dem Pannenstreifen kann schmerzhaft werden: «Dies kann nicht nur eine Busse, sondern auch den Entzug des Führerausweises zur Folge haben», weiss der TCS. Das Argument, dass man lediglich die Autobahn verlassen wolle, um Platz zu machen, gelte dabei nicht.

Kampagne soll Besserung bringen

Aktuell läuft eine Kampagne, mit der den Autofahrern im Land das Prinzip der Rettungsgasse beigebracht werden soll. Unterstützt wird diese etwa vom Bundesamt für Strassen Astra und der Berner Kantonspolizei.

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