«Gefährliche, unverantwortliche Tat»: Ist der Drohnen-Filmer schuld am Bärendrama?
Aktualisiert

«Gefährliche, unverantwortliche Tat»Ist der Drohnen-Filmer schuld am Bärendrama?

Das Video einer Bärenmutter und ihres Jungen ging um die Welt. Kritiker glauben nun, dass die Drohne, die sie filmte, die Tiere verängstigt hat.

von
vro

Das Video zeigt, wie ein Bärenjunges an einem verschneiten Hang zu seiner Mutter gelangen will.

Eine Bärin und ihr Junges durchqueren ein Schneefeld an einem steilen Hang. Während die Mutter problemlos vorwärts kommt, hat das Junge sichtlich Mühe, rutscht mehrmals aus und fällt zurück. Nach einem erbitterten Kampf schafft es der Kleine schliesslich sich zu retten und mit seiner Mutter davonzulaufen. Wer das Video erstellt hat, ist unklar. Doch über Social Media wurde es bereits millionenfach angeschaut. Auch Ziya Tong, Moderatorin beim Sender Discovery Channel, teilte den Ausschnitt.

Doch am unbekannten Filmer wird nun Kritik laut, berichtet «Le Figaro». «Wildtiere für Fotos, Selfies oder Videos zu stören ist nie Okay», schreibt etwa Jacquelyn Gill, Biologin an der Universität von Maine, auf Twitter. Und: «Das Video eines Bärenjungen, das einen verschneiten Hang hochklettert, um zu seiner verängstigten Mutter zurückzukehren, wird als herzerwärmende Metapher für Beharrlichkeit verbreitet. Das ist es nicht. Es ist eine gefährliche Tat eines unverantwortlichen Drohnenpiloten, der es besser wissen sollte.»

Gill ist mit ihrer Kritik nicht allein. Tatsächlich scheint es, als würde die Bärenmutter bei Minute 1:10 der Aufnahme durch die Annäherung der Drohne aufgeschreckt. Es könne sein, dass die Bärenmutter die Drohne für einen Raubvogel hielt, sagt Clayton Lamb, Grizzlyforscher an der Universität in Alberta, zu The Atlantic. Man könne erkennen, wie sie immer wieder zum Himmel schaue.

Mittlerweile hat die Discovery-Channel-Moderatorin reagiert. In einem neuen Tweet weist sie darauf hin, dass das Video ein Beispiel für schlechten und unangemessenen Drohnengebrauch ist.

Deine Meinung