Zeichen und Wunder: Ist der nächste Papst der letzte?
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Zeichen und WunderIst der nächste Papst der letzte?

Zuerst war da der Blitz über St. Peter, dann das Erdbeben in Rom. Nun kam auch noch ein Hagelsturm dazu. Für Apokalyptiker ist klar: Diese Papstwahl wird die letzte sein.

von
Daniel Huber

Die Welt schaut nach Rom. In der Ewigen Stadt haben sich die Kardinäle versammelt, um einen neuen Papst zu wählen. Während allenthalben gerätselt wird, wer das pontifikale Rennen machen wird, meinen manche Endzeit-Propheten, sie wüssten schon jetzt, wie sich der neue Oberhirte nennen wird. Ein «Petrus Romanus» soll es werden, so raunen sie, und dieser 112. Papst soll zugleich der letzte sein.

Wasser auf die Mühlen der Apokalyptiker waren da natürlich die mysteriösen Zeichen, die sich in letzter Zeit mehrten: Nur schon der ungeheuerliche Vorgang, dass ein Papst zurücktritt – solches hatte es seit über 700 Jahren nicht gegeben! Und kaum hatte Benedikt XVI. am 11. Februar 2013 seinen Rücktritt auf Ende Monat verkündet, da schlug der Blitz im Petersdom ein (siehe Video unten).

Erdbeben und Hagelsturm

Am Sonntag kam auch noch das Erdbeben hinzu, das Rom und Umgebung erschütterte – darunter Castel Gandolfo, die päpstliche Sommerresidenz, in der sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. aufhält. Das Beben war nicht sehr stark, wie die «Huffington Post» unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtete, aber auch 2,5 auf der Richterskala können als göttliches Zeichen gelten. Ebenso wie der Hagelsturm, der am 12. März über dem Petersplatz niederging – just vor Beginn des Konklaves.

Göttliche Zeichen also, aber wofür? Die Prophezeiungen, die jetzt zuverlässig wieder aus der Mottenkiste geholt werden, sind jene des Malachias (1094/95 – 1148) und des Nostradamus (1503 – 1566). Letzterer, ein französischer Arzt, Apotheker und Astrologe, war aufgrund seiner Voraussagen schon zu Lebzeiten berühmt. Heute noch werden sie ausgiebig bemüht, um nahezu jedes Ereignis von Weltrang zu erklären. Kein Wunder also, dass der französische Seher auch zur Papstwahl anno 2013 etwas zu sagen hat (Centurie V, XLVI):

So wird der neue Papst gewählt

«Par chapeaux rouges querelles & nouueaux scismes / Quand on aura esleu le Sabinois: / On produira contre luy grands sophismes, / Et sera Rome lesee par Albanois.» («Streit und neue Schismen der Rothüte. / Wenn man den Sabiner gewählt hat: / Man wird viele Scheinbeweise gegen ihn vorbringen, / und Rom wird durch die aus Alba verletzt werden.»)

Keine klaren Favoriten für Papstwahl

Ein schwarzer Peter?

Auf esoterischen Webseiten wie Astrolymp.de wird die Textstelle so interpretiert, dass es bei der Papstwahl (Rothüte = Kardinäle) zu Streitigkeiten kommen werde. Falls dann ein Schwarzer Papst werde, so werde sich der Zorn der Weissen gegen ihn richten (Alba = weiss). Als schwarzer Papstkandidat mit den besten Chancen gilt der Ghanaer Peter Turkson.

Hier sehen Sie das neue Papst-Gewand

Auf Turkson wird auch die Prophezeiung des heiligen Malachias bezogen, der in der sogenannten Malachiasweissagung («Prophetia de summis pontificibus») 112 kurze Sinnsprüche über alle Päpste von Cölestin II. bis zum Ende des Papsttums zusammenstellte. Benedikt XVI. ist bei Malachias der 111. Papst, danach folgen ein «Petrus Romanus» und das Ende Roms: «Während der schrecklichen Verfolgung der heiligen römischen Kirche wird Petrus, ein Römer, regieren. Er wird die Schafe unter vielen Bedrängnissen weiden. Dann wird die Sieben-Hügelstadt zerstört werden, und der furchtbare Richter wird sein Volk richten. Ende.»

Kardinäle bereiten das Konklave vor

Turkson ist der einzige Peter unter den Papabili, allerdings ist er kein gebürtiger Römer und es ist zudem sehr unwahrscheinlich, dass der neue Papst, wer auch immer dies sein wird, den Namen «Petrus» annehmen wird. Überdies ist mittlerweile erwiesen, dass die Weissagung nicht vom irischen Erzbischof Malachias stammt, sondern vermutlich vom heiligen Philipp Neri.

Erstaunlich genau

Gleichwohl sind einige der prophetischen Sinnsprüche von erstaunlicher Genauigkeit, so bei Papst Paul VI. (1963-78). Der Spruch zu dessen Pontifikat lautet «Flos florum» («Blume der Blumen»), und tatsächlich trägt sein Wappen drei Lilien. Und zu Pauls Nachfolger, Johannes-Paul I. (1978) heisst es: «De medietate lunae» («vom Halbmond», «von der Mitte des Mondes»). Johannes Paul I. war nur 33 Tage im Amt – nur gerade einen guten Monat («Mond») lang.

Wer aber nach dieser Papstwahl tatsächlich die Apokalypse erwartet, sollte sich an den Weltuntergangs-Hype vom Dezember 2012 erinnern: Damals schürten manche Propheten Ängste wegen des angeblichen Endes des Maya-Kalenders. Wie auch immer also diese Papstwahl ausgeht: Sicher ist nur, dass sich die Untergangspropheten danach etwas Neues einfallen lassen werden.

Video: Lightning strikes St Peter's Basilica as Pope resigns (BBC)

(Quelle: Youtube/sajal14372)

Papst-Quiz

Welche Kardinäle dürfen den neuen Papst wählen? Wie viele Wahlgänge finden an einen Tag statt? Und wo wird eigentlich die ominöse Papstkrone aufbewahrt? Spielen Sie das Quiz und erfahren Sie Spannendes rund um das Konklave!

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