Der Mercedes EQS ist die Speerspitze der E-Mobilität
Daimler
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Mercedes EQSIst der neue Mercedes das bisher beste E-Auto der Welt?

Oberklasselimousinen mit Elektroantrieb? Der Mercedes EQS zeigt nicht nur, dass das geht, sondern auch, dass Luxus und Elektro erstaunlich gut zusammenpassen.

von
Dave Schneider

Stille ist Luxus. Flüsterleise geht es dahin, während die traumhafte Kulisse des Vierwaldstättersees am Fenster vorbeizieht. Ruhe, Entspannung, sich von der Aussenwelt abkapseln – das wünschen sich Kunden der automobilen Oberklasse. Natürlich abgesehen von weniger romantischen Faktoren wie Status, Statement, Leistung und Hightech. All das zusammen bietet nun der Mercedes EQS: Er ist die erste Oberklasselimousine mit reinem E-Antrieb und setzt in diesem Bereich neue Standards. Und zeigt, dass Elektro und Luxus wunderbar zusammenpassen.

Das fängt mit der Grösse an: Stolze 5,22 Meter ist der EQS lang – damit überragt er sogar die herkömmliche S-Klasse und ist nur wenige Millimeter kürzer als deren Langversion. Dank Hinterachslenkung schafft er aber dennoch einen Wendekreis von 10,9 Metern und lässt sich damit spielend leicht handeln. Dass bei dieser Fahrzeuglänge viel Platz im Innenraum zur Verfügung steht, ist klar – doch bei einem E-Auto sind die Platzverhältnisse noch einmal anders. Dank einer neuen Plattform mit der Batterie flach im Boden, einem E-Motor an der Hinterachse und – bei den Allradvarianten – einem zweiten an der Vorderachse, entsteht für die Passagiere noch mehr Beinraum. Allerdings fehlt die Tiefe im Fussraum: Das spürt man vorne, wo man höher sitzt als in einer S-Klasse und der Kopfraum bald einmal eng wird.

Nur beim Laden hinkt er hinterher

Eine weitere neue Messlatte setzt den EQS mit der Batterie. Mit einer nutzbaren Kapazität von 107,8 kWh ist sie das Grösste, was derzeit in Personenwagen verbaut wird und ermöglicht WLTP-Reichweiten bis 770 Kilometer. Beim Ladetempo hinkt Mercedes allerdings hinterher: Da die neue Plattform keine 800-Volt-Technik hat, kann mit maximal 200 kW (DC) geladen werden. Im Vergleich: Der Porsche Taycan lädt mit bis zu 270 kW. Lange an der Ladesäule stehen muss man aber auch mit dem EQS nicht: In nur 15 Minuten kann der Strom für weitere 300 Kilometer Strecke getankt werden.

Flüsterleise, äusserst komfortabel und ohne jegliche Emissionen unterwegs: Der Mercedes EQS bringt den E-Antrieb ins Luxussegment.

Flüsterleise, äusserst komfortabel und ohne jegliche Emissionen unterwegs: Der Mercedes EQS bringt den E-Antrieb ins Luxussegment.

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Mit einer Akkuladung kommt der EQS bis 770 Kilometer weit – zumindest auf dem Papier.

Mit einer Akkuladung kommt der EQS bis 770 Kilometer weit – zumindest auf dem Papier.

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Willkommen in der Zukunft: Der Hyperscreen vereint drei grosse Bildschirme zu einem Element.

Willkommen in der Zukunft: Der Hyperscreen vereint drei grosse Bildschirme zu einem Element.

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Vorerst werden zwei Varianten angeboten: den EQS 450+ mit Heckantrieb und 245 kW (333 PS) und den EQS 580 4Matic mit Allradantrieb und 385 kW (524 PS). Später folgen weitere Varianten, darunter auch eine Performance-Version mit bis zu 560 kW (762 PS). Preise sind noch nicht bekannt – zu rechnen ist mit einem ähnlichen Preisniveau wie bei der S-Klasse, die ab 123'300 Franken startet. Zur Probefahrt stand ein EQS 580 4Matic bereit. Überzeugend sind neben der herausragenden Laufruhe, dem hohen Abrollkomfort und der Beschleunigung, die je nach Gasfuss zwischen sehr flott und irreschnell variiert, auch die hohe Traktion, die Spurtreue und das verblüffend leichtfüssige Handling – schliesslich wiegt der EQS mit voller Zuladung rund drei Tonnen.

Und mit einem weiteren Merkmal sticht der EQS in der Oberklasse hervor: Er ist das bislang einzige Modell dieses Segments mit Bildschirmen quer über die Fahrzeugbreite. Hyperscreen nennt Mercedes dieses Panel, das aus einem grossen Monitor hinter dem Lenkrad, einem noch grösseren Bildschirm in der Mittelkonsole und einem zusätzlichen Screen auf der Beifahrerseite besteht, die optisch in ein einzelnes Element zusammengefasst wurden. Welche wichtige Aufgabe der dritte Bildschirm auf der Beifahrerseite hat, wird allerdings nicht ganz klar. Für ihn gilt eine Devise, die in der Luxusklasse generell gilt: Man tut es, weil man es eben kann.

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