Ist der PC-7 eine Waffe?
Aktualisiert

Ist der PC-7 eine Waffe?

Nach den Berichten über den Einsatz eines Pilatus- Flugzeugs im Darfur-Konflikt fordern die Grünen und die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA), diesen Flugzeugtyp dem Kriegsmaterialgesetz (KMG) zu unterstellen.

Die Grünen unterstreichen die Forderung mit einer parlamentarischen Initiative, wie die Partei am Mittwoch mitteilte. Zurzeit unterstehen die Pilatus-Flugzeuge dem Güterkontrollgesetz.

Die jüngsten Enthüllungen der Nachrichtensendung 10vor10 bewiesen, wie leicht es sei, die Trainingsflugzeuge PC-7 und PC-9 mit Waffen nachzurüsten. Grüne und GSoA fordern daher von der Schweiz und der Firma Pilatus Klarheit über die Aktivitäten im Tschad: So müsse geklärt werden, was Pilatus-Mechaniker und Schweizer Piloten in letzter Zeit in diesem Land taten.

Für die GSoA ist es «skandalös, dass Schweizer Waffen den Konflikt zwischen Tschad und dem Sudan weiter schüren». Durch Waffenexporte werden die Bemühungen der Schweizer Entwicklungshilfe zunichte gemacht: «Gleichzeitig Nothilfe zu leisten und Waffen zu exportieren ist zynisch.»

Letztlich genüge auch eine Unterstellung dieser Maschinen unter das KMG nicht, da der Bundesrat den Export von Kriegsmaterial in Krisengebiete zu leichtfertig bewillige. Nur die von den Grünen unterstützte GSoA-Initiative für ein Verbot von Kriegsmaterialexporten werde eine nachhaltige Lösung bringen.

Foto mit Pilatus

Das Nachrichtenmagazin 10vor10 hatte am Dienstagabend ein Foto gezeigt, auf dem ein bewaffnetes Pilatus-Flugzeug der tschadischen Luftwaffe zu sehen ist. Der PC-7 sei mit zwei schweren, vollautomatischen 20mm-Kanonen bewaffnet.

Die Nachrichtenagentur AFP hatte vor Wochenfrist berichtet, ein Pilatus-Flugzeug sei an Angriffen auf ein angebliches Rebellenlager in der westsudanesischen Krisenregion Darfur beteiligt gewesen.

(sda)

Deine Meinung