Fahrt ins Tessin: Ist der Zug zu voll, müssen Reisende raus
Aktualisiert

Fahrt ins TessinIst der Zug zu voll, müssen Reisende raus

Viele Schweizer suchen nach Weihnachten Entspannung im Tessin. Am Dienstag gar so viele, dass ein Zug nach Lugano beinahe nicht mehr weiterfahren konnte.

von
Sandro Bucher
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Der Zug nach Lugano war so voll, dass sogar die Passagiere in der ersten Klasse in den Gängen ausharren mussten.

Der Zug nach Lugano war so voll, dass sogar die Passagiere in der ersten Klasse in den Gängen ausharren mussten.

Leser-Reporter/Boeniger pia
Wer solch überfüllte Züge dennoch vermeiden will, sollte vor der Reise unbedingt den Fahrplan auf der Website oder in der App checken, empfiehlt SBB-Sprecher Oli Dischoe. Dort wird mit den drei Männchen-Symbolen auf die Auslastung der Züge hingewiesen.

Wer solch überfüllte Züge dennoch vermeiden will, sollte vor der Reise unbedingt den Fahrplan auf der Website oder in der App checken, empfiehlt SBB-Sprecher Oli Dischoe. Dort wird mit den drei Männchen-Symbolen auf die Auslastung der Züge hingewiesen.

Screenshot SBB Mobile

Eigentlich sollte es für Leser-Reporterin Pia Boeniger eine gemütliche Zugfahrt ins Tessin werden. Doch schon beim Einsteigen in Arth-Goldau am Dienstag kurz vor Mittag waren sämtliche Waggons so überfüllt, dass es in den Gängen kein Durchkommen mehr gab: «Jeder einzelne Platz in der ersten und der zweiten Klasse war besetzt. Auch in den Gängen hatte es kaum noch Platz zum Stehen.»

Auf halber Strecke Richtung Bellinzona entschuldigte sich der Zugführer über Lautsprecher für die prekäre Platzsituation. «Wenig später kämpfte sich der Kondukteur zu uns durch und meinte, dass in Bellinzona möglicherweise einige Passagiere notfalls aussteigen müssten», sagt Boeniger. «Dies, weil die Bremsen bei so einer Auslastung eventuell nicht mehr vorschriftsgemäss funktionieren würden.»

Schliesslich stieg sie in Bellinzona aus. «Beim Abfahren Richtung Lugano hat der Zug geraucht und gequietscht, so voll war er.» Wie es so weit kommen konnte, könne sie sich nicht erklären. «Es war ja ein ganz normaler Tag. Und um die Mittagszeit herum herrscht ja eigentlich keine Stosszeit.»

«Über die Sicherheit entscheidet das Zugpersonal»

SBB-Mediensprecher Oli Dischoe kann die Aussagen und das Vorgehen des Zugpersonals nicht bestätigen. Er sagt aber: «Es ist richtig, dass ein Zug aus Sicherheitsgründen nicht zu stark belegt sein darf, da die Fluchtwege immer freigehalten werden müssen. Über die Sicherheit der Passagiere entscheidet das Zugpersonal vor Ort.»

Glücklicherweise kam der Zug dennoch ohne Probleme und Verspätung in Lugano an. Dass er derart ausgelastet war, überrascht Dischoe nicht. «Die Tage um Weihnachten und Neujahr gehören je nach Strecke und aktuellen Wetterverhältnissen zu den beliebtesten Reisezeiten.»

Ihm ist allerdings kein Vorfall aus der jüngeren Vergangenheit bekannt, bei dem ein Zug so überfüllt gewesen wäre, dass Passagiere hätten aussteigen müssen. «Falls es dennoch einmal dazu kommen sollte, wäre den Anweisungen des Zugpersonals aus Sicherheitsgründen und im Sinne aller Reisenden Folge zu leisten», erklärt er aber.

Vor der Reise den Fahrplan checken

Wer solch überfüllte Züge dennoch vermeiden will, sollte vor der Reise unbedingt den Fahrplan auf der Website oder in der App checken, empfiehlt Dischoe: «Bei jeder Fahrt zeigen die drei dunklen und hellen Männchen an, wie ausgelastet ein Zug ist. Zudem empfehlen wir eine Platzreservierung, um einen garantierten Sitzplatz zu haben.»

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