02.04.2020 02:46

Kampf gegen Virus

Ist die Corona-Impfung da, soll sie Pflicht sein

Künftig sollen sich alle Menschen gegen Covid-19 impfen müssen, finden Politiker. Impfgegner wehren sich, bevor es überhaupt einen Impfstoff gibt.

von
B. Zanni
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Mit Hochdruck arbeiten Forscher an der Entwicklung eines Impfstoffs, der das Virus eindämmt.

Mit Hochdruck arbeiten Forscher an der Entwicklung eines Impfstoffs, der das Virus eindämmt.

Keystone/Sigi Tischler
Schon jetzt bringen sich Impfgegner in Stellung. «Nie im Leben würde ich mich gegen Corona impfen», sagt Josef Zahner, Mitglied des impfkritischen Netzwerks Impfentscheid. Impfungen enthielten viele giftige Stoffe, zum Beispiel Formaldehyd, was zum Platzen der Lungenbläschen führen könne. «Der Nutzen von Impfungen ist fraglich.»

Schon jetzt bringen sich Impfgegner in Stellung. «Nie im Leben würde ich mich gegen Corona impfen», sagt Josef Zahner, Mitglied des impfkritischen Netzwerks Impfentscheid. Impfungen enthielten viele giftige Stoffe, zum Beispiel Formaldehyd, was zum Platzen der Lungenbläschen führen könne. «Der Nutzen von Impfungen ist fraglich.»

Keystone/Gaetan Bally
Weil Impfgegner bereits auf die Barrikaden gehen, noch bevor die Impfung da ist, geht die Diskussion um die obligatorische Impfung los: «Es ist nicht auszuschliessen, dass die Behörden eine schweizweite Impfpflicht gegen das Coronavirus einführen werden», sagt Alessandro Diana, Arzt und Infektiologe an der Clinique des Grangettes in Genf.

Weil Impfgegner bereits auf die Barrikaden gehen, noch bevor die Impfung da ist, geht die Diskussion um die obligatorische Impfung los: «Es ist nicht auszuschliessen, dass die Behörden eine schweizweite Impfpflicht gegen das Coronavirus einführen werden», sagt Alessandro Diana, Arzt und Infektiologe an der Clinique des Grangettes in Genf.

Kirsten Breustedt Fotografin Berlin

Über 850'000 Menschen haben sich weltweit mit der Lungenkrankheit Covid-19 angesteckt, mehr als 42'000 Menschen sind daran gestorben. Mit Hochdruck arbeiten Forscher an der Entwicklung eines Impfstoffs, der das Virus eindämmt.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson etwa geht davon aus, dass ein Impfstoffkandidat spätestens im September 2020 in einer Phase-1-Studie an Menschen getestet werden kann. Anfang 2021 solle ein Impfstoff für den Notfallgebrauch zur Verfügung gestellt werden können.

«Impfpflicht wäre vernünftig»

Schon jetzt bringen sich Impfgegner in Stellung. «Nie im Leben würde ich mich gegen Corona impfen», sagt Josef Zahner, Mitglied des impfkritischen Netzwerks Impfentscheid. Impfungen enthielten viele giftige Stoffe, zum Beispiel Formaldehyd, was zum Platzen der Lungenbläschen führen könne. «Der Nutzen von Impfungen ist fraglich. Mit der Corona-Hysterie werden viele Menschen in Angst versetzt. Dabei sterben weit weniger Menschen als bei der Wintergrippe 2018 und 2019.»

Weil Impfgegner auf die Barrikaden gehen, noch bevor die Impfung da ist, bricht die Diskussion um die obligatorische Impfung los: «Es ist nicht auszuschliessen, dass die Behörden eine schweizweite Impfpflicht gegen das Coronavirus einführen werden», sagt Alessandro Diana, Arzt und Infektiologe an der Clinique des Grangettes in Genf. Selbstverständlich müsse zuvor aber sichergestellt sein, dass der Impfstoff sicher sei und Komplikationen ausgeschlossen werden könnten. Zuerst geimpft werden müssten seiner Meinung nach die Personen, die einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Diana rechnet mit einer hohen Akzeptanz der Bevölkerung für eine allfällige Corona-Impfpflicht. «Die Leute sehen, dass das Coronavirus keine Krankheit ist, die kaum jemanden in der Schweiz trifft.» Da das Virus eine unmittelbare Bedrohung darstelle, würden auch viele Impfskeptiker diesbezüglich ihre Meinung ändern. Zudem gehe es um das Wohl der gesamten Bevölkerung.

Volkswirtschaftlicher Schaden sei zu hoch

Auch Gesundheitspolitiker fordern eine Corona-Impfpflicht. «Für mich ist im Moment denkbar, eine Impfpflicht für das Coronavirus einzuführen, obwohl ich grundsätzlich gegen eine Impfpflicht bin», sagt FDP-Nationalrat Marcel Dobler. Der volkswirtschaftliche Schaden sei so hoch und die Verläufe seien so schwer, dass es in diesem Ausnahmefall sinnvoll sei, eine solche Pflicht im Detail zu prüfen.

SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer schliesst sich an. Da eine zweite Corona-Welle erwartet werde, würde sie einen Impfzwang befürworten. «Die Wirtschaft ist jetzt stark heruntergefahren. Ich weiss nicht, ob wir uns einen zweiten Lockdown leisten können.» Priorität bei der Corona-Impfung sollte die Risikogruppe haben. «Die Menschen, die das Virus am meisten gefährdet, müssten zuerst geimpft werden. Danach die Jungen.»

Impfung müsse freiwillig bleiben

Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber stellt sich hingegen gegen einen Corona-Impfzwang. «Es wäre sehr begrüssenswert, wenn sich die Menschen freiwillig impfen lassen würden», sagt sie. Das Thema Impfen sei schon immer umstritten gewesen. Sie befürchte, dass ein Obligatorium vor allem Gegenreaktionen auslösen würde. «Am meisten würde man erreichen, wenn das BAG mit einer grossen Kampagne für Corona-Impfungen sensibilisieren und auch auf Gefahren hinweisen würde.»

Prelicz-Huber warnt aber auch vor zu viel Euphorie, sobald ein Impfstoff vorhanden ist. «Zuerst muss man wissen, ob und welche Nebenwirkungen eine solche Impfung hätte.» Als negatives Beispiel nennt sie die Grippeimpfung. «Zu dieser wird oft geraten, obwohl sie in manchen Fällen nicht wirkt und dann erst recht krank machen kann, weil unser Immunsystem geschwächt wurde.»

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